Die Post bringt allen was

Die Kaffeepause war zu Ende. Auf dem Platz, auf dem sie vorher gesessen war, hatte es sich eine ältere Dame bequem gemacht. Anna musste sich also einen neuen Sitzplatz suchen. Das war nicht schwierig, denn es gab genug leere Stühle im großen Sitzungssaal des Hotel Maritim, in dem der Strategieworkshop der Post AG, bei der sie seit einigen Wochen arbeitete, stattfand. Roadshow, wie das Spektakel intern genannt wurde, denn der Chef persönlich tourte durch die Lande, um sich in gutem Licht darzustellen und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einen Motivationsschub zu verpassen. Diese wiederum freuten sich über einen Tag in einem schönen Hotel mit bezahltem Buffet, das hoffentlich im Gegensatz zu ihren Gehältern großzügig ausfiel. Anna entschied sich für einen Stuhl im hinteren Drittel des Raums, neben einem attraktiven Mann. Sie saß nicht gern allein.

Der Vortrag des Chefs war langweilig und selbstherrlich, darin
unterschied ihr neuer Chef sich nicht von ihrem alten. Warum waren diese Typen immer so überzeugt von sich selbst sein und hörten sich so gerne reden, obwohl sie nichts zu sagen hatten? Sie freute sich aufs Buffet. Am liebsten wäre sie aufgestanden und hinausgegangen, wäre auf der Terrasse in der Sonne gesessen, hätte Aperol Sprizz getrunken und mit dem Kellner geflirtet, aber sie blieb brav sitzen. Als neue Mitarbeiterin während eines Vortrags vom Big Boss abzuhauen wäre nicht mutig, sondern leichtsinnig und dumm gewesen. Also tat sie, als würde sie interessiert zuhören und eifrig mitschreiben, und wenn der Chef in ihre Richtung blickte, nickte sie zustimmend, während sie Spiralen und Kringel auf ihren Hotelblock kritzelte. Ihr Sitznachbar griff ebenfalls zu seinem Kugelschreiber. Während sie kringelte, malte er Dreiecke,
Quadrate und Pfeile. Anna lachte und beobachtete ihn von der Seite. Er war groß und schlank, hatte kantige Gesichtszüge, weiche Augen, und kurzes dunkelblondes Haar. Mit der freien Hand rieb er sich das bartlose Kinn. Als ihre Blicke sich trafen, schaute er schnell wieder weg. Warum mit dem Kellner flirten, dachte Sie und nicht mit dem, was näher lag - oder besser gesagt wer näher saß? Es war lange her, dass sie das letzte Mal einen fremden Mann angesprochen hatte. Aber was hatte sie zu verlieren, hier in der fremden Stadt? Außerdem würde sie nicht sprechen, sondern schreiben. War das nicht irgendwann einmal Slogan der Post gewesen? Schreib mal wieder!

Sie schrieb etwas auf ihren Block, riss den Zettel ab und schob ihn zu ihm. Sie gefallen mir, stand drauf. Irgendwie. Mutig und leichtsinnig fühlte sie sich.

Wenn er überrascht war, ließ er es sich nicht anmerken. Ohne mit der Wimper zu zucken oder zu lächeln schrieb er etwas auf den Zettel und schob ihn zu ihr zurück. Sie sind sexy. Irgendwie, las sie. Übrigens: Tolle Strumpfhose!

Sie errötete. Sie hatte eine gewählt, die zur Hälfte transparent, zur anderen Hälfte schwarz und blickdicht war. Die schien ihr sexy und auffällig, ohne billig zu wirken. Dazu ein schwarzes Kleid, das knapp über den Knien endete. An den Füßen schwarze Highheels aus weichem Kalbsleder, in denen sie nicht wirklich gut gehen konnte, aber das hier war schließlich kein Wandertag, sonderneine Tagung, bei der sie höchstens auf die Toilette und zum Buffet gehen musste. In der Kaffeepause hatte sie gemerkt, wie einer der Assistenten der Geschäftsführung ständig auf ihre Beine gestarrt und sie mit Blicken ausgezogen hatte. Obwohl sie es für gewöhnlich genoss, begehrt zu werden, waren seine Blicke und die Art, wie er sich mit der Zunge über seine Mundwinkel leckte, unangenehm anzüglich und primitiv. Sie empfand es als Übergriff. Das Kompliment ihres Sitznachbarn dagegen fühlte sich gut an.

Sie schrieb: Sind Sie zufällig intelligent, humorvoll und liebenswert?
Er: Leider nein. ich bin dumm, humorlos und ein
Arschloch.
Und selber?
Ihre Hand jagte über das Papier: Ich bin eloquent und intelligent. Und wie die meisten Frauen finde ich dumme, humorlose Arschlöcher extrem spannend.
Auch er schrieb schnell: Trifft sich gut. Ich finde Frauen mit schönen Strumpfhosen spannend. Intellekt und Eloquenz werden überschätzt.
Sie hatte gehofft, ihn mit ihren Zeilen zu provozieren, aber er wirkte so verdammt souverän. Also musste sie noch eins drauflegen, um ihn ein bisschen aus seiner Komfortzone zu locken: Shit, ich hab grad gemerkt, dass ich keinen Slip anhabe, schrieb sie.
Ha. Sein Mundwinkel zuckte verräterisch. Experiment geglückt.

Er: Wie konnte das passieren? Vergessen?
Sie: Vielleicht.
Er: Vielleicht?
Sie: Vielleicht auch nicht.
Er: Vielleicht auch nicht find ich scharf.

Ihr wurde heiß. Ihre Korrespondenz machte auf jeden Fall wesentlich mehr Spaß als die langweiligen Vorträge. Frauen ohne Slip finden Sie scharf? Schämen Sie sich!
Er: Nein, tu ich nicht. Machen Sie das öfter? Ohne Slip außer Haus zu gehen?
Sie: Hin und wieder. Fühlt sich gut an. So luftig bei jedem kleinen Windstoß.
Er: Ich bin gerade sehr neidisch auf den Wind.

Sie schaute ihm in die Augen, ihr Mund halb geöffnet, einen
Wimpernschlag lang zeigte sie ihm ihre Zungenspitze. Sie blickte sich um. In ihrer Reihe saß ganz am Ende nur noch ein Mann, zwischen ihm und ihr etwa 10 leere Stühle. Ein Anzugträger. Sieht zugeknöpft aus, dachte sie, in jeder Hinsicht. Er verfolgte gebannt den Werbefilm, der gerade auf einer großen Leinwand gezeigt wurde. Betont langsam schob sie ihr Kleid ein paar Zentimeter höher. Dann schrieb sie weiter: Wind-stoß ist ein irreführendes Wort, oder?
Er: Stimmt. Wind ist weich, ein weiches Wort. Zum Stoßen braucht es was Hartes.
Sie ließ ihre Knie unmerklich auseinander fallen. Ja, schön hart und groß und glatt. Sie grinste, schaute kurz verstohlen zwischen seine Beine. Wieder blitzte ihre Zunge auf.
Er: Ja. Alles richtig.
Sie: Ist er hart?
Er: sehr

Ihr eigener Mut überraschte sie, als sie schrieb: Darf ich mal
fühlen?

Er: Ich bestehe darauf.

Sie schlug ihre Beine übereinander, beugte sich nach vorne, warf einen Blick die Stuhlreihe entlang. Keine Gefahr, der Zugeknöpfte stierte weiter auf die Leinwand. Zwei Sekunden lang lag ihre Hand auf seinem Oberschenkel, dann auf der Beule in seiner Jeans. Sie drückte sanft zu, fühlte die Konturen seines Schwanzes durch den Stoff. Er fühlte sich sehr, sehr gut an. Der vollgekritzelte Zettel lag auf ihrem Knie, mit der freien Hand fügte Sie unbeholfen einen weiteren, kaum leserlichen Mosaikstein hinzu: Ich bin feucht.
Er: Oh. Darf ich mal fühlen?

Sie nickte, kontrollierte noch einmal den möglichen Augenzeugen, stellte ihre Beine nebeneinander. Ihre Hand blieb, wo sie war, massierte seinen Schwanz jetzt fester. Die gestreifte Strumpfhose war an der Außenseite etwas dicker, die Innenschenkel jedoch waren nur von hauchdünnem, transparentem Nylon verhüllt. "Puh." Das stand auf keinem Zettel, das kam aus ihrem Mund, als seine Hand unter ihr Kleid glitt und sein Mittelfinger über ihre Nylonmöse strich. Heiß, glitschig, schmierig, geil. Er lehnte sich zu ihr rüber, sein Mund war an ihrem Ohr. Flüstern statt schreiben. "Ich will Sie lecken", raunte er, "durch die Strumpfhose. Ich will Ihren Mösensaft schlucken. Jeden Tropfen. Will Sie an die Wand drücken, meine Hände in Ihren Arsch krallen und Sie ausschlecken. Will meinen Mund auf Ihre Möse pressen und Sie lecken, bis Sie schreien und zucken."

Sie schluckte. Seine Stimme war warm und weich. Sein Schwanz war warm und hart. Eine wunderbare Kombination. Sie wurde noch ein wenig feuchter zwischen den Beinen, wenn das überhaupt möglich war. "Hmm...."
Ein paar Leute drehten sich um und machten "pscht..." , als sie das
Getuschel hörten. Also griff er wieder zum Stift: War das ein Ja?
Möchten Sie das auch?
Ihre Wangen glühten. Sie nickte und starrte geradeaus. Jetzt hatte er sie in Verlegenheit gebracht, nicht sie ihn.
WC oder Zimmer?, kritzelte er.

Sie musste nachdenken. So etwas passierte ihr schließlich nicht täglich.So etwas war ihr überhaupt noch nie passiert. Nicht auf diese Art. Einfach so ins Zimmer eines Fremden schien ihr zu intim. Klo zu ordinär. Aber wenn sie ehrlich war zu sich selbst, und jetzt war sie ehrlich zu sich selbst, wollte sie es jetzt sehr gerne intim und ordinär. Was ihr die Wahl zwischen Hotelzimmer und Hoteltoilette wiederum nicht einfacher machte.

"Wie Sie in diesem Kurzfilm gesehen haben, lag unser Schwerpunkt dieses Jahr besonders bei den Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter an der Basis", schwafelte der Chef, den sie kaum wahrnahm. "Herr Brandner, vielleicht könnten Sie uns einen kleinen Einblick in Ihre Arbeit als Teamleiter geben?"

Sie zuckte zusammen, als sie sah, wie er neben ihr zusammenzuckte. SIE sind Herr Brandner?, schrieb sie schnell und er nickte. Weil ihre linke Hand immer noch auf deinem Schwanz lag, drückte sie tröstend sanft zu, als würde sie seine Hand drücken.

"Ähm.. nun ja", sagte er laut und sie sah die Verzweiflung in seinen
Augenwinkeln, "nun ja, es ist eine sehr spannende Aufgabe." Sein Finger war immer noch zwischen ihren Beinen, die sie vor Aufregung zusammengepresst hatte. "Sehr feucht", sagte er, und schien erst nach diesen beiden Worten zu bemerken, dass er sie laut gesagt hatte. "Also, wenn es regnet", fügte er schnell hinzu, als die Leute lachten. "Wenn es regnet, ist meine Arbeit sehr feucht. Und es regnet oft in Hannover. Fast immer eigentlich."

"Kommen Sie doch bitte nach vorne ans Podium, Herr Brandner!" Der Chefmachte eine einladende Handbewegung. Sie zog unvermittelt ihre Hand von seinem Schwanz weg und blickte ihn mitfühlend an. Sein Schwanz war immer noch hart. Die Situation war auch ihr peinlich.
"Als Teamleiter sehe ich mich als Teil der Basis", sagte ihr Sitznachbar und in seiner Stimme lag Trotz, "deshalb möchte ich lieber hier sitzen bleiben und keinen künstlichen Abstand zwischen mir und meinen Kollegen herstellen. Sie werden das bestimmt verstehen."
Ihr Bein rieb an seines. "Gut gemacht", sollte das heißen. Sie wollte
auch keinen künstlichen Abstand. Ich will mit Ihnen schlafen, schrieb sie auf den Block. Jetzt.

Er stand auf und fasste sie an der Hand. In die andere Hand nahm er seinen Block, den er schützend vor seinen Schritt hielt. "Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen", sagte er und zog sie zur Tür. Zu den Teilnehmern und zu seinem Chef sagte er: "Ich werde Ihnen nach der Pause gern einen Einblick über meine Arbeit geben. Das Wohl meiner Mitarbeiter ist mir als Teamleiter jedoch am Wichtigsten. Nur zufriedene Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter, das waren doch Ihre Worte, nicht wahr? Meiner neuen Mitarbeiterin geht es gerade nicht gut."
Sie war jetzt tatsächlich ziemlich blass. Wie auf Kommando setzte
sie einen leidenden Gesichtsausdruck auf und senkte den Kopf. "Ich
werde mich jetzt um sie kümmern", fuhr er fort und sie bewunderte seine Souveränität. "Wenn Sie uns bitte entschuldigen."

Die Tür war kaum hinter ihnen geschlossen, als sie losprusteten. "So,so. Ich bin also Ihre Mitarbeiterin", neckte sie ihn. "Nur glückliche Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter", wiederholte sie und schlang ihren Arm um seine Hüfte. "Klo", sagte sie dann. "Das ist näher. Dort vorne."

Im großen Foyer mit den Ausmaßen einer Halle machten sich diverse Hotelangestellte bereits daran, alles fürs Mittagsbuffet vorzubereiten. Brot, Salate, viele silberne Schalen und Schüsseln mit Deckeln drauf. Teller und Besteck wurden drapiert, Getränke verteilt. Vier Köche rührten in dampfenden Schüsseln. Links gab es Fisch, rechts Fleisch. "Verdammt", sagte er, "in zehn Minuten gibt's Essen."
"Sind Sie denn nicht hungrig?", fragte sie.
"Doch, aber dann rennen die bestimmt alle auf's Klo."
"Ein klassischer Konflikt", sagte sie, "als wären wir Protagonisten in einer Erotikgeschichte."
"Und was machen diese Protagonisten in so einem Fall?", wollte er von ihr wissen.
"Nun, sie suchen nach einer Lösung. Dann gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: Scheitern oder Happy End. Hängt vom Genre ab."
"Ich möchte nicht scheitern, sondern mit Ihnen schlafen. Also lassen Sie uns nach einer Lösung suchen."

Als er sich sicher war, dass die uniformierten Hotelangestellten zu
beschäftigt waren, um sie auch nur eines Blickes zu würdigen, nahm er sie an der Hand und schritt schnellen Schrittes durch das Foyer. Vor den Fahrstühlen kamen sie zum Stehen.

"Da geht's aber nicht zu den Klos", stellte sie fest. Sie fühlte sich
erregt und unsicher gleichermaßen. "Ich weiß nicht, ob ich auf ein
Zimmer möchte. Ich meine, ich kenne Sie doch kaum."
Er lachte. "Ihre Grenzen finde ich höchst interessant, Madame. Sex auf dem Klo ist okay, mit demselben Mann auf ein Zimmer gehen ist nicht okay?"

"Nicht ganz", stellte sie klar, "Sex auf dem Klo finde ich gerade schön verrucht und geil. Sex auf einem Zimmer... das hat gleich etwas Verabredetes, Geplantes... etwas von einer Affäre. Ich will's spontan, nah und heftig."

Ihr letztes Wort fiel zusammen mit dem Bing des Fahrstuhls, in den ersie schob. Was er jetzt wohl geplant hatte? Er drückte den Knopf für das oberste Stockwerk, eine 10.
"Brandner, Teamleiter, angenehm", stellte er sich vor und presste sie gegen die Fahrstuhlwand. "Jetzt kennen Sie mich." Sofort steckte er seine Hand wieder unter ihr Kleid. Sein Mund näherte sich ihrem.
"Anna Bachler, neue Personalleiterin, ebenfalls angenehm." Sein Mund blieb, wo er war, seine Hand war drauf und dran, den Rückzug anzutreten, seine Gesichtszüge entgleisten. "Ach du Scheiße."
Sie lachte. "Also so schlimm finde ich jetzt meinen Namen auch wieder nicht." Schnell griff sie seine Hand und schob sie wieder höher, dorthin, wo es nach wie vor heiß und glitschig war. Sie zuckte zusammen, als er durch das dünne Nylon mit seinem Finger in sie eindrang. "Keine Angst, Herr Brandner, falls Sie mich enttäuschen, werde ich das nicht der Jahresbeurteilung
erwähnen. Und jetzt küssen Sie mich. Bitte."
"Und wenn ich Sie nicht enttäusche?", frage er. Offensichtlich musste er immer das letzte Wort haben. Statt einer Antwort legte sie eine Hand zwischen seine Beine und öffnete ihren Mund. Seine Zunge berührte ihre, und sie fand schade, dass das Hotel nicht mehr Stockwerke hatte. Sie fummelten und knutschen noch, als ein weiteres Bing ertönte. Ende der Reise.

"Und nun?", fragte sie und nahm schnell die Hand aus seiner Jeans.
"Lösungen suchen", sagte er und ihr wurde klar, dass er keinen Plan hatte, sondern ziemlich planlos war. Er leckte genüsslich seine glänzenden Finger ab. "Puh, Sie schmecken köstlich. Ich freu mich schon."

"Ich halt's auch kaum noch aus. Also, wo ist Ihr Zimmer?" Sie standen in einem langen Flur, typisch roter Hotelteppich, links und rechts gingen die Zimmer ab. "Zimmer? Ich habe nie gesagt, dass ich ein Zimmer habe. Ich wohne ja in der Stadt."
Sie kramte in ihrer Handtasche. "So. Haben Sie also nicht. Und das hier?" Sie hielt ihm den Zettel vor die Nase. WC oder Zimmer, stand darauf. "Das ist nicht zufällig Ihre Handschrift?"
"Nun ja", stammelte er, "ich dachte, Sie hätten vielleicht eins?"
Hatte sie auch. Aber das war unaufgeräumt. Sollte er ruhig seine Lösungskompetenz beweisen.

"Kommen Sie." Hand in Hand hetzten sie den Flur entlang, aufgekratzt,nervös, erregt, geil. Einmal drückte er sie gegen die Wand, küsste sie gierig, schickte sich an, vor ihr in die Hocke zu gehen, aber sie hielt ihn zurück. "Hier kann jeden Augenblick eine Tür aufgehen."

Also weiter. Nur Zahlen an den Türen. Dann endlich Buchstaben: Sauna & Wellness. Die Tür war nicht abgeschlossen. "Die Helden unserer Geschichte scheinen Glück zu haben", grinste er. Die Liegen in der Schwimmhalle sahen verführerisch und bequem aus, aber im Becken zogen drei Senioren wie in Zeitlupe ihre Bahnen. Sie wunderte sich, warum sie bei dem Tempo nicht untergingen. "Hier!" Er deutete auf ein Schild über einer Glastür. Umkleidekabinen. Er warf einen Blick in den Raum. Links die Kabinen, gegenüber Schließfächer, der Boden weiß gefliest, es war feucht-warm. "Keiner da", verkündete er triumphierend.

Augenblicklich legte sie ihre Hände auf seinen Hintern und schob ihn durch die Tür. Sie wollte nicht länger warten. Sie wollte Sex. Mit diesem Mann. Jetzt.
Das Happy End ließ sich genau verorten: Maritim Hotel am Flughafen Hannover, 10. Stock, Wellnessbereich, Umkleidekabine Nummer 7. Noch genauer: Die Bank in Kabine Nummer 7, auf der sie saß, das Kleid bis zur Hüfte hochgeschoben, die gestreiften Strumpfhosenbeine weit gespreizt links und rechts auf die Ablagen gelegt, er kniete vor ihr, starrte sie an, als brenne er sich das Bild des verschmierten, durchsichtigen Nylonzwickels selig lächelnd ins Hirn. Sie legte ihre Hände auf seinen Hinterkopf und flüsterte: "Leck mich, ich mag's ganz sanft."

Unterdrücktes Stöhnen, stattdessen gepresstes Keuchen und lautes Schmatzen. Ein Ritsch, als sich seine Zähne in das nasse Nylon bohrten und er seinen Kopf nach hinten riss. Sie legte ihre Beine auf seinen Rücken, hielt ihn fest, presste sein Gesicht gegen ihre Möse. Seine Zunge entwickelte ein Eigenleben, leckte hinauf und hinunter, fickte sie, kreiste endlich über ihren Kitzler, ganz sanft. "Jeeeetzt", wimmerte sie mit zusammengepressten Zähnen, als sie es nicht mehr aushielt. Ihre Hände krallten sich in seine Haare, zuckten unter seinem Mund.

So etwas wie eine Pause gab es nicht. Ein paar Sekunden verharrten sie, dann löste sie ihre Beinklammer, legte die Füße wieder auf die Plastikvorsprüge, auf denen üblicherweise Schlüssel, Portmonees und Brillen abgelegt wurden. Sie lächelte ihn an. Glückselig und herausfordernd. Er sollte auch auf seine Kosten kommen. Mit beiden Händen spreizte sie ihre Schamlippen und funkelte ihn an. Sie rang noch nach Atem. Sie ließ ihn nicht aus den Augen, als er vor ihr stand, seinen Gürtel öffnete, Jeans und Shorts fallen ließ, seinen harten, glattrasierten Schwanz langsam wichste. "Fick mich", formten Ihre Lippen.

"Würde ich gern", sagte er und seine Hand hörte zu wichsen auf,"Glauben Sie mir, nichts, was ich lieber täte. Aber daraus wird wohl jetzt nichts. Ich muss meine Rede vorbereiten. Ich hab ja keine Ahnung, was ich erzählen soll aus meinem Alltag als Teamleiter. Ich führe meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, steuere und organisiere Arbeitsabläufe und leite und trage die Post aus. Bla bla bla, wie nichtssagend klingt das denn? Der Idiot hat mich einfach überrumpelt."

Das kann ich auch, dachte sie, dich einfach überrumpeln. Ihre Lippen schnappten nach seinem Schwanz und lutschten ihn gierig. Sie ließ ihn in ihren Mund gleiten und blickte zu ihm hoch. Seine Augen waren geschlossen, und er brach mitten im Satz ab. "Ich überwache die Qualität der ausgeführten..."

Sie leckte mit ihrer Zungenspitze über den kleinen Spalt an seiner
Schwanzspitze und hatte das Gefühl, dass er mit der Qualität ihrer
Ausführungen sehr zufrieden war. Er stieß seinen Schwanz in ihren
warmen Mund und hielt plötzlich inne. "Madame", sagte er, "es geht
jetzt nicht um mein Vergnügen. Es geht um Ihres." Sie ließ ihn widerwillig aus ihrem Mund gleiten. "Es ist mir ein Vergnügen, Herr
Brandner".

"Es... es zerreißt mich förmlich, verstehen Sie?" Er schaute auf seinen Schwanz, den sie jetzt mit beiden Händen streichelte. "Ich bin ein disziplinierter Mensch. Und ich nehme das, was ich mache, sehr ernst. Das sage ich nicht nur, weil Sie die neue Personalleiterin sind. Das würde ich auch sagen, wären Sie Schalterbeamtin oder Putz... pardon, Raumpflegerin."
"Ich hab gemerkt, dass Sie das, was Sie machen, ernst nehmen, Herr Brandner. Ihr Ernst hat mir großen Spaß bereitet."

Er wühlte seine Finger in ihr rotes Haar. "Haben Sie nach der Show noch etwas vor?" "Ja", antwortete sie und sah die Enttäuschung in seinen Augen. "Mit Ihnen ficken. Nur glückliche Mitarbeiter sind nämlich gute Mitarbeiter". Sie grinste ihn an, stand auf, strich ihr Kleid glatt und küsste ihn auf den Mund. "Los, erzählen Sie mir von Ihrem Alltag als Teamleiter. Ich bin eine sehr kritische Zuhörerin."

Sie ließ ihn allerdings nicht zu Wort kommen, sondern steckte ihre Zunge in seinen Mund und schmeckte ihre Möse darin. "Ist das eigentlich Ihr Traumjob, als Teamleiter?", fragte sie dann.
"Warum fragen Sie? Habe ich denn Chancen, mich nach oben zu ficken?"
"Wir sind doch schon ganz oben", lächelte sie und zog ihn an der Hand aus der Umkleidekabine. Die Pensionisten hatten ausgeschwommen und starrten die Beiden neugierig an.

Sie kamen gerade noch rechtzeitig, um ein paar Kuchenstücke zu
ergattern. Die Garnelenspießchen, die Nudeln, die gefüllten Eier - alles weg. Sogar den Kuchen mussten sie den wieselflinken Hotelkräften förmlich aus den Händen reißen.

"Tja", sagte Sie zerknirscht, "bevor wir ficken, sollten wir essen gehen. Sonst knurrt mein Magen die ganze Zeit. Nicht schön. Halten Sie es so lange aus?"
"Klar, ich bin ja keine 18 mehr."
Hastig verschlangen sie den Kuchen und halfen mit Kaffee nach, das trockene Krümelzeug runterzubekommen.

Pünktlich zum zweiten Teil saßen wieder 500 Elitepostler, das blau-gelbe Führungspersonal der Post Niedersachsens im grell erleuchteten Saal. Zwei von ihnen hatten sich noch bis vor zehn Minuten in einer Umkleidekabine eingeschlossen, weil sie nicht anders konnten. "Und nun, wie angekündigt und versprochen, wird uns ein Teamleiter aus Hannover ein paar Einblicke in die Basis geben. Herr Brandner, wenn Sie so freundlich wären...", tönte es über die Lautsprecher, gefolgt von donnerndem Applaus.

"Dann lassen Sie mal blicken." Sie lächelte ihn ermutigend an. Etwas
leiser fügte sie hinzu: "Beeilen Sie sich, ich will Ihren Schwanz." Ihre Augen hefteten sich auf seinen Schritt. Offenbar hatten seine
Körperfunktionen genug mit der Aufregung zu tun und konnten sich nicht um die Erregung kümmern.

Zunächst sprach er etwas stockend und leise, dann kam er in Fahrt. Er sprach über unzulängliche Betriebsmittel, über mangelnde Kommunikation, fehlende Wertschätzung, ungerechte Aufteilung der Touren... Immer wieder klatschten die Kollegen, und schließlich musste man ihn quasi vom Pult wegziehen. Die Basis jubelte und feierte ihn. Nur der Chef, der ihn nach einer Viertelstunde von der Bühne holte, wirkte blass und hatte merkwürdige Falten auf der Stirn.

"Na, wie war ich?", fragte er, als er wieder neben ihr saß. Er wirkte
aufgewühlt und aufgeregt, wie ein kleiner Junge, der bei einem
entscheidenden Match sein erstes Tor geschossen hatte. "Nun ja, sagen wir, Sie haben kein Blatt vor den Mund genommen. Mir hat's gefallen."
Das war eine Untertreibung. Sie war - wie alle anderen weiblichen Mitarbeiterinnen auch - an seinen Lippen gehangen und hatte
gehofft, dass er sich noch ein bisschen Leidenschaft für später
aufgehoben hatte. Er verschränke die Arme vor der Brust. "Das wollte ich schon lange mal loswerden. Wenn nicht hier - wo dann?"

Die Reihe hatten sie jetzt ganz für sich alleine, der Schlipsträger
hatte es vorgezogen, sich woanders hinzusetzen, vermutlich in die erste Reihe. Dieser Streber. Das Licht erlosch, es gab wieder einen Film. Diesmal über die neuen E-Bikes und die aktuelle Linie der
Unternehmensbekleidung. Hosen für die Frauen, anstatt schöner
Strumpfhosen. Zum Glück musste sie als Personalleiterin keine Uniform tragen.
Ihre Finger wanderten wieder zwischen seine Beine. Schnell hatten sie drei Knöpfe seiner Jeans geöffnet, schlüpften unter die Shorts und sie legte ihre warme Hand um seinen Schwanz. "Mh, wie ich feststelle, haben Sie immer noch Lust", flüsterte sie beruhigt.

Mit der Bahn fuhren sie in die Stadt, saßen einander gegenüber, redetenüber die Veranstaltung und verschlangen dabei einander mit den Augen. Er leckte über seine Lippen, sie stieß mit ihrer Zunge von innen gegen Ihre Wangen. Als niemand zu ihnen hersah, spreizte sie mutig kurz ihre Beine und schenkte ihm einen Blick durch das Strumpfhosenloch auf ihre glänzende Möse. Er nahm das Geschenk dankbar an.

In der Kneipe saßen sie Hüfte an Hüfte, rieben ihre Beine gegeneinander, lachten viel und beschlossen, ab sofort nicht mehr über den Job zu reden. "Dieser Burger ist riesig und köstlich", sagte sie und biss genüsslich ab.
"Ich wüsste noch was, das riesig und köstlich ist."
Sie spuckte vor Lachen ein paar Krümel auf den Teller. "Leiden Sie an Gigantomanie? Wobei, ich muss schon sagen... er ist wirklich groß und ziemlich lecker. Lecken Sie mich nochmal?" Während er an seinem Strohhalm saugte, steckte er ihr unter dem Tisch einen Finger in die Möse.
"O Gott", stöhnte sie und stellte das Kauen ein.
"Gern. Aber wo eigentlich?"

Jetzt war ihr nicht nach Klo. Jetzt war ihr nach Intimität und Nähe.
"Keine Ahnung", sagte sie.
"Nun ja. Schwierig." Er rieb sein Kinn.
Gar nicht schwierig, dachte sie, denn sie hatte ein Zimmer im Hotel. Aber das verschwieg sie, irgendetwas in ihr sträubte sich dagegen, ihn in ihr Hotelzimmer einzuladen. Zum einen, weil sie ihre Kleidung heute früh achtlos auf den Boden geworfen hatte, als sie sich nicht entscheiden konnte, was sie anziehen sollte. Zum anderen, weil in ihrem Bett ein pinkfarbener Vibrator lag, den sie heute früh noch benutzt hatte. Vielleicht lag es auch am Machtgefälle. Die neue Personalleiterin bittet einen Vertreter der Basis in ihr Zimmer. Der erzählt seinen Kollegen später von den sexuellen Vorlieben und dem Spielzeug der Neuen. Sicher nicht.

"Zu Ihnen?", schlug sie vor, "oder wartet eine Frau auf Sie?"
"Nicht mal ein Hamster", sagte er und spielte unter dem Tisch mit ihrer Klit. "Aber..."
Ich will mit ihm nach Hause, dachte sie. In ein weiches Bett.Ich will Sex. Aber ich will auch Zärtlichkeit. Nähe. Vielleicht war es falsch, was sie hier machten. Es fühlte sich allerdings sehr richtig an.
"Aber? Es stört mich nicht, wenn Sie nicht aufgeräumt haben", sagte sie verständnisvoll, "das kommt vor in einem Männerhaushalt."
Er lachte laut. "Ich bin eher das Gegenteil von schlampig."
Er bezahlte die Burger und die Getränke und sie verließen das Lokal. "Nichts aber", sagte er, "gehen wir zu mir."

Ein paar Häuser weiter presste er sie an ein hölzernes Haustor. Diesmal steckte er zwei Finger in ihre Möse und seine Zunge in ihren Mund. Der Kuss raubte ihr den Atem. Sie floss aus, saugte sich fest an seiner Zunge. Es fiel ihnen schwer, sich voneinander zu lösen.
"Ich will Sie ficken", sagten sie gleichzeitig, nachdem sie es dennoch taten.
"Wir sind gleich da", sagte er. Im Stiegenhaus legte er Wert darauf, dass sie vor ihm ging. Er fasste sie um die Hüfte und zog ihr Kleid ein Stück höher.

"Ein Drink?", fragte er.
"Danke nein. Ein Bett."
Er nahm sie an der Hand und sie gingen ins Schlafzimmer. Sie setzte sich auf den Rand des Bettes und strich über die frisch überzogene Bettwäsche. Er ging in die Knie und drückte ihre Beine sanft auseinander. Obwohl sie große Lust hatte, von ihm geleckt zu werden, wollte sie jetzt etwas anderes. Sie wollte seinen Schwanz in ihrer Möse. "Bevor Ihnen wieder etwas dazwischenkommt und Sie plötzlich genötigt werden, eine Rede zu halten, will ich gerne, dass Sie mir dazwischenkommen", sagte sie und ließ sich nach hinten fallen. Er zog seine Jeans und Shorts über die Hüften. Dann
platzierte er das Kopfkissen unter ihrem Becken und seinen Schwanz vor ihr Loch. "Sie sind ja ganz nass", sagte er und schob seinen Schwanz langsam in ihren Körper.

Sie stöhnte. Er war groß und hart und füllte sie ganz aus. Sie schauten einander in die Augen. Ja, sagten ihre Blicke. Einfach ja. Nichts denken jetzt, dachten sie, nicht zweifeln, nicht überlegen, was morgen sein würde oder nächste Woche, wenn sie sich beruflich über den Weg liefen. Nur Ja. Auch sein Schwanz sagte Ja, als er sich erst langsam zurückzog, um im nächsten Moment hart zuzustoßen. Ja, sagte ihre Möse, die ihn wieder gierig aufnahm. Sie legte ihre Beine über seine Schultern, damit er noch tiefer in sie eindringen konnte. Seine Hände umfassten ihre Brüste. Er fickte sie. Sein Blick bohrte sich in sie, sein Schwanz bohrte sich in sie, seine Geilheit bohrte sich in ihre Lust.

"Monsieur, alles in Ordnung?"
Sein Schwanz steckte bis zum Anschlag in ihrer nassen Möse, ihre Nylonbeine lagen auf seinen Schultern. Er blickte zur Seite. "Na ja, ich weiß nicht. Irgendwie hab ich das Gefühl, am Fenster gegenüber beobachtet uns jemand. Die Gardine bewegt sich."
"Und?", fragte sie, massierte ihn mit ihren Muskeln und spielte an
seinen Brustwarzen.
"Ich bin nicht bei der Sache. Das lenkt mich ab. Außerdem muss ich
pinkeln."
"Gut. Fick- und Pinkelpause. Ich kümmere mich derweil um unsere... Außenwirkung."
Es dauert ein paar Sekunden, bis sein Schwanz endlich wieder schlaff undweich war. Der Körper und seine Funktionen erstaunten ihn immer wieder. Man kann einfach nicht mit steifem Schwanz pinkeln. Geht nicht, nichts zu machen, dachte er. Als würde ein Wehr hochgezogen.
Er schüttelte noch den Kopf über die Wunder der Natur, als er wieder ins Schlafzimmer kam. Erwartet hatte er einen zugezogenen Vorhang und eine rothaarige Personalleiterin in Strumpfhosen, die mit gespreizten Schenkeln willig und geil auf seinem Bett lag. Die Personalleiterin gab es. Sie trug auch eine sexy gestreifte Nylonstrumpfhose mit einem Loch im Zwickel. Sie hatte rote Haare, und ihre Schenkel waren wirklich gespreizt. Nur lag sie nicht auf seinem Bett, sondern saß auf seiner Fensterbank. Einen Fuß stützte sie auf dem Nachttischchen ab, der andere baumelte in der Luft. Sie spielte an ihrer Möse und grinste. Der
Vorhang war nicht mehr zur Hälfte zugezogen, sondern gar nicht mehr.
"So, das nennen Sie also 'kümmern'", sagte er.

Es schmatzte, als sie zwei Finger tief in Ihrer Möse verschwinden ließ. Sein armer Körper. Vor ein paar Minuten schickte er die nötigen Signale für einen nahenden Orgasmus durch die Nerven und wurde jäh unterbrochen, nun ging es wieder andersherum. Erstaunlich schnell richtete sich sein Schwanz wieder auf, kein Wunder: Der Anblick war das Erotischste, das er jemals gesehen hatte. "Darf ich ein Foto machen?", fragte er. "Ich unterschreibe Ihnen auch jede Unterlassung. Jede."

Sie überlegte, fingerte sich dabei aufreizend langsam. Mit einem Ja
machte sie sich verwund- und erpressbar. Sie könnte ihren neuen Job schneller verlieren, als ihr lieb war. Mit einem Nein vergab sie sich die Chance auf ein aufregendes Abenteuer. Vielleicht auch auf mehr. "Wenn ich eines von Ihnen machen darf. Quid pro quo. Wir hätten uns dann gegenseitig in der Hand." Das schien ihr ein vernünftiger Kompromiss. Wenn man in diese Fall von Vernunft sprechen konnte.

"Bleiben Sie so", rief er und war in Rekordzeit mit seinem Handy zurück.Die Sonne schien durchs Fenster, und es sah aus, als würden ihre Haare glühen. Ihr Mund war halb geöffnet, ihr Blick im Wortsinne verrückt. Sie hatte sich nicht bewegt. Bis auf die Finger. Die steckten nicht in ihrer Möse, sondern spreizten glänzende, nasse Schamlippen. Er drückte den Auslöser. "Entflammt" wäre der einzig mögliche Titel für das Bild. Durch die Linse sah er, wie die Gardinen auf der anderen Straßenseite sich bewegten. "Danke", flüsterte er, trat so dicht vor sie, dass sein Schwanz ihre Möse berührte, und küsste sie.
"Gerne. Jetzt Sie. Mit Gesicht und wenn Sie sich anfassen."
Er hielt ihr das Handy hin, sie tippte sich an die Stirn. "Das hätten Sie wohl gerne. Da vorne liegt meine Handtasche, da ist mein Handy drin."

Sie kann mich erpressen mit einem Bild, das mich sitzend auf meinem Bett zeigt, dachte er. Er schaute nicht in die Kamera, sondern tiefer. Aber nur sie beide wussten, dass er zwischen ihre Beine starrte. In der Hand hielt er seinen harten Schwanz. Sie drückte ab und warf das Handy aufs Bett.
"Kommen Sie her", sagte sie leise.

Seine Hände lagen auf ihren von der Sonne aufgeheizten Nylonschenkeln, als er seine Zunge in ihren Mund schob. Sie langte zwischen seine Beine, zog die Vorhaut zurück, benetzte mit dem Tropfen ihre Möse, wichste ihn ein paarmal, dann flüsterte sie in seinen Mund: "Ich habe mich schon auf meinen Dildo gefreut. Aber der hier ist viel besser. Darf ich?"
Er beugte sich zu ihrem Ohr: "Mach's dir."

Wie in Trance starrten sie nach unten. Keine Sekunde verpassten sie. Ihre Hand umklammerte den lebendigen Dildo, zog ihn durch ihre Möse, bis er glitschig und schmierig war. Er spreizte ihre Schamlippen, und sie machte es sich. Streichelte mit der violetten Spitze ihre freigelegte Klit, erst ganz langsam und vorsichtig, dann immer schneller mit konstantem Druck. "Ja, besorg's dir, bis du kommst", feuerte er sie an. Ihre Füße verschränkten sich um seine Waden, ihr Stöhnen wurde lauter. Ohne ihn anzuschauen sagte sie: "Steck ihn mir rein, wenn ich komme."

Die Gardinen am Fenster gegenüber hatte er längst vergessen. Auch sonst alles um ihn herum. Es dauerte nicht mehr lange.

Sie rieb seinen Schwanz so schnell über ihre Klit, dass seine Umrisse
unscharf wurden, keuchte, ihr Becken zuckte vor und zurück...
"Jeeetzt", schrie sie, und er stieß zu. Fickte mit harten Stößen in ihr Kommen, stützte sich mit beiden Händen am Fenster ab. Er spürte ihre Zähne in seiner Schulter, ihre Hände krallten sich in seinen Arsch, brüllend pumpte er mit den letzten harten Stößen sein Sperma tief in ihre Möse. "Puh", seufzten sie nach einer Weile wie aus einem Munde.

Er holte ein Taschentuch, als die Bescherung - und es war eine schöne Bescherung, schöner als ein Weihnachtsgeschenk - aus ihr herauslief und entfernte die Spermaspuren. "Damit das Holz nicht kaputt wird", sagte er entschuldigend.
Wie gut, dass ich ihn nicht in das Chaos meines Hotelzimmers eingeladen habe, dachte sie. Sie kletterte vom Fensterbrett, öffnete das Fenster, um ein wenig Frischluft hereinzulassen und nahm wieder Platz. Draußen war es kühl und dunkel. "Haben Sie ein Shirt für mich?", fragte sie fröstelnd. Er warf ihr eins mit der Aufschrift "Ich kann schon wieder" zu. Sie zog es sich über.
"Sie können schon wieder?", grinste er.
"Ehrlich?" "Nein, kann ich nicht. Haben Sie auch ein Shirt mit der
Aufschrift Pause?"

Die meisten Fenster im Haus gegenüber waren jetzt finster. Nur hinter dem, in dem sich vorher die Gardinen bewegt hatten, brannte noch Licht.
"Hat Sie das gar nicht abgelenkt? Also der Spanner?", wollte er wissen und biss sie zart in den Nacken.

"Ach, das bin ich gewöhnt", sagte sie und er glaubte ihr nicht, obwohl es die Wahrheit war. Im Haus gegenüber von ihr wohnte ein Kerl, der sie gern beobachtete. Sie ihn auch. Wenn sie einander beim Bäcker begegneten, lächelten sie einander freundlich und wissend an. Dabei wussten sie kaum etwas voneinander, nicht den Namen, nicht den Beruf, sie kannten nicht einmal den Klang ihrer Stimmen, weil sie einander nur zunickten, so als wollten sie den Reiz des Geheimen nicht zerstören.
Das einzige, das sie voneinander wussten waren ihre sexuellen
Vorlieben. Er vögelte seine Freundin gern von hinten. Zumindest die mit den kurzen Haaren. Die andere, die mit den schwarzen Locken, die mochte das nicht. Was die Gelockte mochte, wusste sie nicht, denn die zog immer den Vorhang zu, bevor sie zur Sache kamen.

Der Typ im Haus gegenüber öffnete sein Fenster ebenfalls. In einer Handhielt er ein großes Blatt Papier, auf dem mit dickem Stift BRAVO stand.
Er ließ das Papier fallen. Auf dem Zettel dahinter stand GEIL. Dann
applaudiert er. Sie kletterte auf den Stuhl und verbeugte sich
theatralisch.
"Das gefällt Ihnen also?", erkannte er richtig.
"Ja, es
macht mich an, wenn ich fürs Ficken Applaus bekomme. Wann kriegt man das schon?"
"Ich ständig", sagte er. "Sie sind die Erste, die nicht geklatscht hat. Aber bitte, man kann nicht immer gewinnen. Vielleicht beim nächsten Mal."

Ihr Herz klopfte heftiger, als er "beim nächsten Mal" sagte. Es sollte
also ein nächstes Mal geben. Nicht nur beim Zielvereinbarungsgespräch. Puh. Wie das wohl werden würde, wenn sie aneinander in anderem Rahmen trafen? Die Personalchefin im Gespräch mit dem Teamleiter? Wie würde
es ihnen gelingen, die anderen den Magnetismus zwischen ihnen nicht merken zu lassen? Und was, wenn er so tat, als würden sie einander nicht kennen und kalt und distanziert sein? Sie schob den Gedanken beiseite. Damit wollte sie sich jetzt nicht auseinandersetzen.

Er war immer noch nackt, sein schöner, langer Schwanz baumelte erschöpftan ihm herab. Er holte Papier und Stift, setzte sich zu ihr aufs Fensterbrett und fragte: "Soll ich ihn einladen?"

Sie nahm ihm den Stift aus der Hand. "Sicher nicht. Wer weiß, was das für einer ist. Ein Perverser vielleicht. Oder ein Idiot, der rechts
wählt, Kinder frisst und katholisch ist." Sie steckte den Stift in den
Mund und lutschte daran.
"Der wird nicht größer", sagte er, "auch, wenn Sie ihn noch so hingebungsvoll blasen. Aber ich wüsste da etwas, das größer wird."
"Sie können schon wieder?"
"Ich nicht, aber ich glaub, er." Er hielt seinen Schwanz in der Hand und rieb langsam daran.
"Na dann schauen wir mal, ob er flexibler ist als dieser Edding."

Sie ging vor ihm auf die Knie. Ihre Zunge arbeitete - oder besser
vergnügte - sich langsam von seinen Knien über die Innenseiten seiner Schenkel nach oben. Als sie endlich seinen Schwanz erreichte, baumelte dieser nicht mehr nach unten, sondern stand steil und voller Erwartung nach oben.

Er zog den Vorhang zu, den Schwanz aus ihrem Mund und sie zum Bett. "Was dagegen, wenn wir hier weitermachen? Allein?"

Gerne hätte sie geantwortet, aber das ging nicht, weil ihre Lippen und ihre Zunge schon wieder dabei waren, seinen Schwanz zu liebkosen.

Zeit fürs Wesentliche - letzter Teil

Seine Finger spreizen ihre Schamlippen, aber er hält sich nicht auf mit irgendwelchen Panoramen. Sofort drückt er seinen Mund auf ihre verschmierte, nasse Möse und schiebt seine Zunge tief in ihr heißes Fleisch. Die Welle war gar nicht gefroren wie Eis – sie war nur kurz eingefroren, so wie die Zeit manchmal einzufrieren scheint und still steht. Als seine Nase ihre Klit berührt, türmt sie sich wieder auf. Marta würde so gerne ihre gefesselten Hände in sein Haar krallen. Stattdessen ballt sie sie zu Fäusten, stemmt ihm ihr Becken entgegen und schreit ihren nächsten Orgasmus ins Hotelzimmer.
Danach ist Marta immer sehr berührungsempfindlich. Und so wie man eine frisch gebrochene Zehe instinktiv in Ruhe lässt und nicht an ihr herumdrückt, ist sie es gewohnt, dass ihrer Möse nach einem Orgasmus eine Ruhepause gegönnt wird. Mats weiß das, sie haben vorher drüber geredet. Aber er macht einfach weiter. Sie kann sich nicht entscheiden, ob das Schmerzen sind oder schon wieder neue Lustwellen, die wie Stromstöße in ihren Unterleib schießen. So muss sich ein Epizentrum fühlen, denkt sie und reißt an ihren Nylonfesseln.
„Mats“, stöhnt sie, „Maaaats!“ Der scheint sie nicht zu hören. Oder will sie nicht hören. Sanft wie eine Feder streicht seine Zunge über ihre geschwollene Klit, bis sie den Punkt erreicht, der Schmerz und Lust kombiniert. Außerdem kommt jetzt ein neues Gefühl hinzu, auf das sie sich konzentrieren muss. Etwas schiebt sich langsam, Millimeter für Millimeter in ihr Arschloch. Und es ist dieses Bild, an das sie in den nächsten Tagen und Wochen oft denken wird, wenn sie sich selbst Lust bereitet: Marta in Stiefeletten und schwarzer Nylonstrumpfhose auf einem Bett in einem Hotelzimmer, ihre Hände an die Bettpfosten gefesselt, ebenso ein Fuß; zwischen ihren Beinen liegt der Kopf dieses geilen, jungen Mannes, dem sie ausgeliefert ist; sie kennt ihn kaum, aber vor ein paar Minuten hat er ihr ins Gesicht gespritzt, sein Sperma klebt auf ihrer Stirn, ihren Wangen, schmeckt noch in ihrem Mund; sein Finger steckt in ihrem Arschloch, und er scheint für sein Leben gerne ihre Möse zu lecken.
Mats richtet seinen Oberkörper auf, wischt sich über den verschmierten Mund. Für den Bruchteil einer Sekunde ist sie überzeugt, er sei irre geworden. Sein Blick schwimmt und starrt gleichzeitig, als sei er in Hypnose, um seine Mundwinkel zuckt ein Lächeln. Dann sagt er zum Glück: „So geil war ich noch nie.“ Er lügt nicht. Sein Schwanz steht schon wieder waagerecht von seinem Körper ab.
Marta schweigt. Sie hat nur Augen für das harte, große Ding zwischen seinen Beinen.
„Ich glaube, wir wurden eben unterbrochen“, sagt sein Besitzer. Hastig greift er nach der Strumpfhose, mit der einer ihrer Füße ans Bett gefesselt ist, rollt das andere Bein auf und streift es sich über seinen zuckenden Schwanz.
Marta hebt ihren Kopf. „Ich will das sehen“, keucht sie, als sie feststellt, dass ihre Position ihr keinen Blick erlaubt, der über ihre Brüste hinausgeht.
„Das müssen Sie auch sehen“, entgegnet Mats. Er schaut unschlüssig auf die gefesselten Hände an den Bettpfosten, dann strahlt er und hebt einen Zeigefinger. „Idee! Moment.“ Mit einem Satz springt er auf und aus dem Zimmer und kehrt kurz darauf mit dem großen Garderobenspiegel zurück. Er stellt ihn so, dass er geneigt am Bett lehnt und genau den richtigen Winkel hat, damit Marta nur ein wenig ihren Kopf zu drehen braucht und schräg von oben zwischen ihre Schenkel schauen kann.
„Geil“, sagt sie.
„Sehr gut. Ich auch.“
Sie kann alles sehen. Der schimmernde Nylonschwanz, der über ihre Möse reibt. Sein Finger, der wieder an ihrem Arschloch spielt und benetzt von ihrem unaufhörlich fließenden Sanft langsam eindringt. „Stecken Sie mir auch den Schwanz rein“, sagt sie gepresst und lässt sich keine Sekunde von dem Schauspiel entgehen. Er fickt sie mit ein paar harten, tiefen Stößen. Das Nylon ist weiß verschmiert, als Mats seinen Schwanz wieder in die Hand nimmt und weitermacht, an ihrer Klit zu reiben.
„Sagen Sie, wenn Sie kommen“, flüstert Mats, „Wir kommen gemeinsam.“
Sie schaut ihm kurz in die Augen, nickt und schenkt ihre Aufmerksamkeit wieder ganz dem Spiegel.
„Gleich … Gleich … Ja … Gott…“
Mats reibt weiter über ihre Möse und beginnt sich gleichzeitig zu wichsen, sein Mittelfinger fickt ihr Arschloch.
„Jetzt … Jetzt … Jeeeeeetzt … Aaahhhh!“
Mats rammt seinen Strumpfhosenschwanz in Martas Möse. Stopft ihr beide Löcher. Pumpt. Zweimal. Dreimal. Dann schreit auch er.

Sie lag in seinem Arm. Das Laken war halb vom Bett gerutscht, die Kissen in Ekstase auf dem Boden gelandet. Die Luft in dem kleinen Hotelzimmer war dick wie Smog. In ihr schwebten Myriaden winzig kleine Partikelchen. Sex-Partikelchen.
„Was glauben Sie“, sagte Mats und streichelte ihre Brustwarze, „wie werden Sie sich morgen fühlen, wenn Sie wieder zu Hause sind? Wenn Sie an … das hier … an uns zurückdenken?“
Ihr Kopf ruhte auf seiner Brust, sein Herzschlag machte sie schläfrig. Sie spielt mit der nassen Strumpfhose um seinen schlaffen Schwanz.
„Ausgepumpt. Vollgepumpt. Glücklich. Traurig, weil es vorbei ist. Ich werde mich fragen, ob das wirklich passiert ist. Wahrscheinlich werde ich mich etwas schämen. Marta, die benutzte Strumpfhosenschlampe, die sich ins Gesicht spritzen ließ. Diese Marta kannte ich noch nicht, müssen Sie wissen. Also auch ein bisschen erschrocken. Und dann werde ich bestimmt geil.“
Sie lachen.
„Und Sie, Monsieur?“
„Ich vermute, jedes Mal, wenn jemand über Seminare erzählt oder das Wort Zeit in den Mund nimmt, werde ich daran denken, was wir heute alles in den Mund genommen haben, und auf meinem Gesicht wird sich ein entrücktes Lächeln ausbreiten. Meine Kollegen werden den Kopf schütteln und feststellen: Seit diesem Zeitmananagementseminar ist Mats irgendwie ein anderer.“
„Kompetenz. Zeitkompetenz. Die Zeit lässt sich nicht managen, wir können nur verantwortungsvoll mit ihr umgehen.“
„Das haben wir definitiv getan.“
„Schade, dass ich das nicht sehen kann. Sie werden ziemlich oft entrückt schauen. Wussten Sie, dass das Wort Zeit zu den häufigsten Substantiven der deutschen Sprache zählt?“
„Nicht ficken?“
„Mats, ich muss dann schlafen. Ich will morgen fit sein und kann im Gegensatz zu Ihnen während des Seminars nicht einfach eindösen.“
„Sie glauben wohl nicht wirklich, dass ich schlafen kann, während Sie im schwarzen Rock vor der Gruppe stehen und ich mir überlege, ob sie unter der Strumpfhose einen Slip tragen oder nicht?“ Er küsste sie.
„Sie reißen sich morgen gefälligst zusammen, ja? Muss nicht jeder merken, dass wir...“ Marta überlegte. Was denn? Eine heftige Affäre? Einen One-Night-Stand, ein Abenteuer, ein Techtelmechtel? „...dass wir was miteinander haben... hatten.“ Sie verstrudelte sich in Worten. Sie konnte nicht leugnen, dass der Gedanke sehr reizvoll war, die anderen Seminarteilnehmer könnten mitbekommen, dass sie immer noch begehrenswert war, leidenschaftlich und jung. Aber Marta war professionell genug, dieses Bedürfnis mit sich selbst auszumachen.
Sie stand auf, öffnete das Fenster und schaute in den Sternenhimmel. Es fiel zwar gerade keine Sternschnuppe vom Himmel, aber Marta schloss trotzdem die Augen und wünschte sich etwas. Es ist so kitschig, dachte sie, so verdammt kitschig. Und so wunderschön!
„Ich verspreche, ich werde morgen ein aufmerksamer, distanzierter und liebenswerter Seminarteilnehmer sein, wenn...“
„Wenn?“
„Ich würde gern mit Ihnen aufwachen“, sagte er. Auch er war aufgestanden und umarmte sie von hinten. „Das geht aber nur, wenn ich bei Ihnen schlafe.“
Danke, zwinkerte sie dem Stern zu. „Gut“, sagte sie, „Sie bringen das Bett in Ordnung und ich geh inzwischen duschen und Zähne putzen. Und danach wird geschlafen, aber wirklich.“

Es war irgendwann zwischen drei und vier, als Marta aufwachte, weil er neben ihr schnarchte. Sie schüttelte ihn sanft. „Mats, woran denken Sie gerade?“, grinste sie.

Ende

Zeit fürs Wesentliche Teil 3

Sein Schwanz füllt sie herrlich aus. Er ist nicht so groß wie der größte ihrer Vibratoren; und das ist gut so, denn der ist so groß, dass sie ihn nur selten zur Hand nimmt, und dann ist an ein gedankenloses Rein-Raus nicht zu denken. Mats‘ Schwanz scheint perfekt, gerade so, dass er nicht wehtut. Irgendwann richtet er sich auf, kniet jetzt vor ihr, hebt ihre Beine links und rechts in die Luft und fickt sie ganz langsam. Tief und langsam. „Puh, das sieht schön aus“, sagt er und beobachtet, wie sein Schwanz in ihre nasse, glitschige Möse gleitet und weiß verschmiert wieder zum Vorschein kommt. Marta langt zwischen ihre Beine und beginnt, ihre Klit zu streicheln. Auch sie hat keine Eile. Ihr zweiter Orgasmus kommt als endlose Welle, die am Horizont nur durch ihre Schaumkrone zu erkennen ist, immer größer wird, sich aufbäumt, zunächst noch plätschert, dann in ein Tosen übergeht. Die Welle bricht. Marta schreit. Lauter als beim ersten Mal. Länger. Da ist sie wieder: die Zeit. Es kommt ihr vor, als dauerte der Orgasmus Stunden. Tatsächlich ist es keine halbe Minute, in der Mats weiter tief in ihre Möse stößt und wie hypnotisiert auf ihre reibenden Finger starrt.

Er war in ihr, bis zum Anschlag, entließ ihre Beine, die sie sofort wieder um seinen Hintern schlang, und steckte ihr seine Zunge in den Mund. „Da gäbe es schon etwas auf der Agenda“, flüsterte Marta. „Wollen Sie mir ins Gesicht spritzen?“
Sie hatte erwartet, dass er sie anstrahlen und freudig erregt zur Sache kommen würde. War das nicht – neben Sex mit zwei Frauen - der Traum jedes Mannes? Die wenigen Pornofilme, die sie in ihrem Leben gesehen hatte, vermittelten ihr zumindest diesen Eindruck. Mats aber strahlte sie nicht an, es zuckte um seine Mundwinkel und er errötete. Vielleicht täuschte sie sich auch, aber sie hatte das Gefühl, dass der Schwanz in ihrer Hand gerade ein kleines Stück geschrumpft war.
„Warum möchten Sie das?“, fragte er.
„Ich weiß nicht. Es ist verrucht und versaut.“ Marta log nicht. Sie wusste tatsächlich nicht, warum sie sich ausgerechnet das wünschte. Warum ausgerechnet mit Mats.
„Ich weiß nicht, ob ich das kann“, sagte Mats.
„Warum?“ Bin ich ihm zu alt, zu unattraktiv, zu wenig sexy? Schnell verdrängte sie diese unnötigen Selbstzweifel. Dieses Gefühl hatte er ihr eben keineswegs gegeben, sondern sie begehrt und begierigt.
„Aus den gleichen Gründen, aus denen Sie es wollen. Es ist so... so verrucht und versaut“, Mats ließ seine Hand zwischen ihre nassen Schenkel gleiten. Sein Kopf ruhte auf ihrer Brust. „Es... es fühlt sich irgendwie nicht richtig an, verstehen Sie?“
„Nein. Erklären Sie es mir.“ Sie presste die Beine zusammen und hielt seine Hand gefangen. „Bitte nicht bewegen jetzt.“ Noch hatte sich das Meer in ihrer Möse nicht zurückgezogen, noch plätscherten sanfte Wellen an den Strand und machten ihren Körper empfindlicher als im Normalzustand.
„Zum einen hab ich das auch noch nie gemacht.“
„Und zum anderen?“
„Zum anderen ist das so eine Fantasie, die mich zwar erregt, aber mit – wie soll ich sagen – mit billigen, willigen Schlampen zu tun hat, nicht mit richtigen Frauen, die Würde ausstrahlen, wie Sie. Auch wenn sich das jetzt für Sie komisch anhört, aber ich hab zu viel Achtung vor Ihnen, um Ihnen ins Gesicht zu spritzen.“
Marta lächelte bemüht. „Vielleicht ist die souveräne Trainerin für Zeitkompetenz in Wahrheit weder so kompetent noch souverän wie Sie glauben. Vielleicht ist sie tief drinnen nur eine billige, willige Schlampe.“
„Nein, das ist sie nicht. Nicht für mich. Das möchte ich nicht.“ Er verschloss ihren Mund mit einem Kuss.
Seine Unsicherheit, gepaart mit seiner Hartnäckigkeit machte ihn noch ein Stückchen begehrenswerter für Marta.
„Was war das?“ schreckte Mats auf. „Wilde Tiere?“
„Mein Magen. Keine Angst, er hat nicht Sie böse angeknurrt, er hat nur schrecklichen Hunger. Ich lass das Abendessen sonst nie ausfallen.“
„Warum haben Sie dann meine Einladung zum Abendessen ausgeschlagen?“ Mats schüttelte den Kopf. „Versteh einer die Frauen!“
„Nun ja“, sie strich mit den Fingernägeln seine Wirbelsäule entlang. „Ich dachte, wer weiß, wozu das führt, so ein romantisches Essen zwischen Trainerin und einem einzelnen attraktiven Teilnehmer. Ich hatte Angst, wir hätten danach im Bett landen können.“
„Ich verstehe“, murmelt er, „zum Glück sind wir nicht danach im Bett gelandet.“

Nach einer Pro-und-Contra-Diskussion über die Vorzüge und Nachteile von Bringdienst, Essen im Hotelrestaurant oder Ausgehen hatte der kleine Franzose knapp die Nase vorn. Mats war ein leidenschaftlicher Verfechter des Bringdienstes, und Marta hatte alle Mühe, seinem stärksten Argument etwas entgegenzusetzen: „Wir könnten im Bett bleiben“, sagte er, und verschränkte die Arme siegessicher vor der Brust. Marta hatte Lust auf frische Luft, Menschen beobachten und Schnecken.
„Wir können das Fenster öffnen, Menschen gibt’s im Fernseher, und ich bin mir sicher, irgendein Bringdienst hat auch Schnecken im Angebot.“ Mats war ein hartnäckiger Gegner.
„Wir gehen essen und ich lass die kaputte Strumpfhose an. Ohne was drunter“, schlug Marta, die längst registriert hatte, wie sehr ihn der dünne Stoff begeisterte, einen Kompromiss vor. Seit einer Viertelstunde lagen sie nebeneinander und disputierten – seine Hand streichelte die ganze Zeit über ihre Schenkel, hin und wieder nahm er das Nylon zwischen Daumen und Zeigefinger und raschelte damit.
Er sah sie an. „Kleine Schlampe“, sagte er grinsend und küsste ihren Mundwinkel.
Marta zuckte mit den Schultern. „Sag ich doch.“

Zwanzig Minuten später trafen sie sich in der Lobby. Mats hatte vorgeschlagen, er könne ja seine Lauftights anbehalten, darauf würde sie doch stehen. „Wehe“, hatte Marta gesagt und ihn durch die Tür geschoben. Zugetraut hätte sie es ihm, umso erleichterter war sie, als er in Jeans, hohen Turnschuhen und einem kurzärmeligen Hemd um die Ecke kam. Sie trug einen kurzen Jeansrock, einen schwarzen Pullover und Schuhe, die er als „Robin Hood-Schuhe“ bezeichnete. Spitze Wildlederstiefeletten.
Eine Weile gingen sie schweigend nebeneinander her. Dann griff sie ihn am Ellenbogen und zog ihn in einen Hinterhofeingang. Sie pressten ihre Münder aufeinander, Marta führte seine Hand unter ihren Rock. „Ah, Kontrolle“, flüsterte Mats. Sie hatte Wort gehalten. Kein Slip, nur ein Loch in der Strumpfhose, gerade groß genug, dass sein Schwanz durchpasste, wie beide wussten. Jetzt passte sein Mittelfinger hindurch.
„Ihre Vorspeise, Madame“, sagte Mats und hielt ihr den nassen Finger zum Abschlecken vor den Mund.
Marta hatte es aufgegeben, sich zu wundern, woher heute ihre Schlagfertigkeit, ihr Mut, ihre Geilheit kamen. Heute Morgen war doch noch alles ganz normal gewesen?
Bis zum Knöchel nahm sie seinen Finger in den Mund und lutschte daran, ihr Blick tief in seine Augen versenkt. „Schon mal nicht schlecht, Monsieur, aber mir ist jetzt mehr nach Schwanz a la Mats.“ Sie ging in die Hocke und nahm ihn in den Mund.
„O Gott“, stöhnte Mats zum zweiten Mal am heutigen Abend.
Marta schaute fragend zu ihm hoch, während sie seinen Schwanz lutschte.
„Sorry“, sagte Mats. „Diese zwei Silben, müssen immer dann herhalten, wenn etwas Unfassbares geschieht. So von der Sorte Tut mir leid das Flugzeug mit Ihrem Sohn an Bord wurde von Außerirdischen entführt. O Gott! Oder: Messi hat bei Rapid unterschrieben.“ – „O Gott!“ Oder: Eine Frau mit Loch in der Strumpfhose lutscht an einem lauen Sommerabend in einem Hinterhof meinen Schwanz. – O Gott, Sie machen das gut!“

Eine Tür fiel ins Schloss. Schuhgetrappel. Schnell verstaute Marta seinen harten Schwanz wieder in der Jeans. Der Mann, der sich gerade auf den Weg zu seinem Nachtdienst an der Rezeption ihres Hotels machte, sah sie nur noch von hinten.

Marta genoss die Atmosphäre in dem kleinen französischen Restaurant. Die Tische waren mit karierten Tischtüchern gedeckt, aus den Lautsprechern tönte Jacques Brel, es roch nach Gewürzen der Provence und Gemütlichkeit.
„Für mich bitte ein Glas vom Magdelaine 2011, St. Emilion.“
„Weinkennerin?“, fragte Mats und reichte dem Ober die Weinkarte. „Für mich bitte Apfelsaft vom Renette, 2009, aus der Champagne. Südhang.“
„Alkoholiker?“, fragte Marta zurück. „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich ein Perrier bestellt.“
„Kein Problem“, Mats studierte die Speisekarte, ihre Direktheit schien ihn nicht im mindesten zu stören. „Mittlerweile kann ich damit umgehen, wenn meine Begleitung Wein trinkt. Vor allem, wenn sie dabei meine Lieblingsdroge trägt.“ Seine Hand berührte ihr Knie und glitt die Oberschenkel hinauf. „Sie sind eine schöne Frau, Madame“, sagte Mats und der Kellner, der ihr einschenkte, nickte zustimmend.
„Im Kerzenlicht sind alle Frauen schön“, sagte Marta, aber sie freute sich trotzdem. Schön gefunden und begehrt zu werden machte eben schön und begehrenswert.
Marta entschied sich für die Weinbergschnecken mit gratiniertem Ziegenkäse, Mats nahm das Rinderfilet von der Biokuh.
Sie aßen, sie erzählten einander die schlechtesten Lieblingswitze, sie lachten, und unterm Tisch fummelten sie heimlich. Mats tupfte ihr mit der Serviette Krümel vom Ziegenkäse von den Mundecken. Martas Hand lag auf Mats Schritt, als sie die Creme Brulée löffelte, sein Finger hatte den Weg in ihr Loch gefunden. Er ließ sie den Finger ablecken.
„Satt, Marta?“
„Hungrig, Mats. Sehr hungrig. Gehen wir?“

Sie gingen still nebeneinander her, ohne einander zu berühren. „Sehen wir uns wieder, Marta?“
„Fragen das üblicherweise nicht die Frauen?“
„Nur die jungen, anhänglichen.“
„Und die jungen, anhänglichen Männer?“ Sie zwinkerte ihm zu. „Natürlich sehen wir uns wieder. Morgen um 9 bei der Zeitkompetenz. Seien Sie pünktlich, ich hab zur Einstimmung ein Rollenspiel vorbereitet.“

Er drehte sich zu ihr, griff sie an den Oberarmen und presste sie gegen die Hauswand. „Sie kleine Schlampe.“ Bevor sie reagieren konnte, wühlte er ihr seine Zunge in den Mund. Das Gefühl der Überlegenheit vermischte sich mit dem des Ausgeliefertseins und erregte sie.
„Ach Mats“, sie stellte sich auf die Zehenspitzen, damit sie ihm durchs Haar strubbeln könnte. Früher war sie diejenige gewesen, die die Zeit anhalten wollte und die Gegenwart mit Gedanken an die Zukunft schwarz übermalte. Mit jedem Jahr aber wuchs die Gewissheit, dass es sich für die Gegenwart zu leben lohnte und sie diese auskosten müsse.
„Es liegen 750 Kilometer zwischen Freiburg und Hamburg. Zwischen mir und Ihnen.“ Im Moment lagen nicht einmal ein paar Zentimeter zwischen den beiden. Sie fasste um seinen Hintern, um die Entfernung weiter zu verringern.
„Ich muss Ihnen etwas sagen, Marta. Etwas Wichtiges.“
Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn. Sie wollte nichts von der Art „Ich hab zu Hause eine Frau und drei Kinder“ hören, sondern seine Zunge in ihrem Mund und seinen Schwanz an ihrem Körper spüren.

„Ja, habt ihr denn keine Wohnng?“, ereiferte sich eine ältere Spaziergängerin, die sie gar nicht gehört hatten. Sie zog einen Hund hinter sich her. „Wie die jungen Hund! Dass ihr euch nicht schämt’s, in dem Alter.“
Sie kicherten und schämten sich nicht. „Was müssen Sie mir denn Wichtiges sagen?“, fragte sie, als ihre Lippen sich wieder voneinander lösten, damit sie atmen konnten. Jetzt überwog doch die Neugierde.
„Ich habe gestern gelesen, man hat große, silberne Fortbewegungsmittel mit Flügel erfunden, die in kurzer Zeit große Distanzen überwinden können.“
Sie mochte seinen Humor und seine Eloquenz.
„A propos Wohnung. Zu mir oder zu Ihnen? Es ist kühl hier.“
„Kein Wunder, dass Ihnen kalt ist, wenn Sie Strumpfhosen mit Löchern anziehen.“

Als sie ihr Hotelzimmer aufschloss, rieb er sich von hinten an ihr, pustete ihre seinen warmen Atem ins Ohr und presste seinen schönen, großen Schwanz an ihren Hintern.“
„Nicht. Wenn uns jemand sieht!“ In Wahrheit erregte sie der Gedanke. Der Gedanke, dass sie von jemandem aus der Gruppe gesehen wurde, mit einem Mann, der mehr als zehn Jahre jünger war als sie und sie begehrte.

Wie junge Hunde fallen sie im Zimmer übereinander her. Reißen einander die Kleider vom Leib, ihre Hände packen fest zu, Fingernägel krallen sich in lockendes Fleisch, Zungen lecken an jedem Quadratzentimeter Haut. Mats wirft sie aufs Bett, Marta trägt nur noch die Strumpfhose mit Loch und ihre Stiefeletten.
Sie wechseln kaum Worte, außer gelegentlich ein „oh“ und „ah“ und „ja“. Mats sagt hin und wieder „Du Schlampe“, worauf Marta mit „Oh, ah, ja“ und einem Strahlen reagiert. Mats reckt sich und bekommt eine Strumpfhose, die über der Stuhllehne hängt, zu fassen. Er greift nach Martas Armen und bindet sie mit den beiden Strumpfhosenbeinen am Bettpfosten fest.
Marta stöhnt „in der Lade ist noch eine“, und lässt sich fallen. Sie schaut Mats zu, wie er erst mit der Strumpfhose über seinen Schwanz streicht, der sich steil aufreckt, und dann einen ihrer Füße ebenfalls festbindet. „Sie dreckige, kleine Schlampe“, sagt er, platziert seinen Schwanz vor dem Loch in ihrer Strumpfhose und streichelte damit ihre Möse, die längst überzuquellen droht. Die Lust fließt aus ihr und schwemmt alle Hemmungen mit sich. Sie schließt die Augen und spürt, wie sich die Wellen nähern, immer gewaltiger und heftiger werden. Sie presst ihr Becken fester in die Matratze. „Ich komm gleich“, schreit sie und hat das Gefühl, zu ertrinken, als die Welle, kurz bevor sie Marta erreicht hat, vor ihr zusammenbricht. Sein Schwanz hat sich von ihr gelöst, die Welle über ihr ist eingefroren. „Du Arsch!“, schreit sie, „du verdammter Arsch!“. Im nächsten Moment wird ihr der Mund gestopft. Sie kann nicht anders, als fest an seinem Schwanz zu saugen, ihn zu lecken und zu lutschen. Aber auch jetzt nimmt er ihr das Spielzeug wieder weg. Er streichelt damit ihre Lippen, ihre Wangen, ihre Augenlider. Wichst sich dann unmittelbar vor ihrem Gesicht, gerade so weit entfernt, dass sie ihn mit der Zunge nicht mehr erreichen kann. Seine Bewegungen werden schneller, sein Blick entrückter, sein Stöhnen lauter. Da ist nichts, was sie tun kann, sie kann sich kaum bewegen, nur ihren Kopf könnte sie zur Seite drehen, aber selbst das kann sie nicht. Sie kann und will sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen. Seine Schwanzspitze glänzt silbern, die Eichel glüht rot. Er bäumt sich auf. Weißer, klebriger Saft schießt heraus. Sie streckt gierig die Zunge aus dem Mund, sie will etwas von dem wertvollen Nass erhaschen, aber er spritzt auf ihre Wangen, ihre Lippen, in die Haare. Erst die letzten Tropfen, die er mit der Hand aus seinem Schwanz presst, lässt er in ihren Mund tropfen.
Marta fühlt sich nicht versaut, sondern rein und unendlich glücklich, als er mit seinem Sperma Kringel auf Wangen und Stirn malt.

„Gut?“, fragt er.
„Verdammt gut“, sagt Marta, aber er scheint sie nicht mehr zu hören, denn sein Kopf hat sich zwischen ihre Schenkel vergraben.

Fortsetzung folgt...

Zeit fürs Wesentliche Teil 2

„Oh!“, sagte Mats, nachdem Marta bei Vier mit dem Zählen aufgehört und die Tür geöffnet hatte.
„Ah!“, sagte Marta und atmete beruhigt auf. Er trug enganliegende Lauftights und ein ärmelloses Shirt und sah noch magerer aus als in Jeans. Was ich zu viel habe, hat er zu wenig, dachte sie. Wir sind beide nicht perfekt. Diese Erkenntnis hatte etwas Tröstliches.
„Du Jane, ich Tarzan.“ Bevor er zum Schrei ansetzen konnte, zog sie ihn in ihr Zimmer.
„Woher kennen Sie eigentlich Jane Fonda? War das nicht vor Ihrer Zeit?“
„Meine Mutter hat beim Bügeln gern Jane-Fonda-Aerobic-Videokassetten geschaut. Ich hab dabei Aufgaben gemacht und konnte mich nicht konzentrieren, weil ich die Frauen in den Strumpfhosen auf dem Bildschirm viel aufregender fand als römische Zahlen.“
„Sie verarschen mich.“
„Nein, das tu ich nicht. Ich schwöre.“
„Tarzan trug meines Wissens keine Laufshorts, sondern einen Lendenschurz. Außerdem: Wo ist Ihre Liane?“
„Schauen Sie doch nach.“
„Sicher nicht.“ Sie standen einander gegenüber und schauten einander an. Unsicher, neugierig und gespannt.
„Wie geht’s Ihrem Fuß?“
Danke, dass du mich daran erinnerst, dachte Marta und humpelte zum Fenster. „Geht so. Tut ziemlich weh. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob ihm Bewegung gut tut.“
„Setzen Sie sich.“ Marta setzte sich auf das Sofa, Mats nahm den Stuhl und setzte sich ihr gegenüber. „Geben Sie mal her. Ich kenne jemanden, der kennt jemanden, der jemanden kennt, der Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist. Und der wiederum ist mit einem Unfallchirurgen befreundet.“
„Dann sind Sie also Spezialist für verknackste Füße?“ Sie hob das Bein hoch. Er legte es sich in seinen Schoß und streichelte es sanft.
„Schlimm?“, fragte Marta.
„Sehr schlimm.“
Marta lehnte sich zurück und ließ ihn einfach machen. Seine Hände berührten ihren Rist, streichelten ihre Zehen, die er mit „sehr schöne Zehen“ kommentierte, und massierten sanft ihre Fußsohle.
„Soll ich die Strumpfhose ausziehen?“
„Oh Gott, nein. Das ist in Ihrer Situation ganz gefährlich. Wegen der Durchblutung.“
Marta schloss die Augen. Der junge Mann machte das wirklich gut. Ihr Fuß lag auf seinem Oberschenkel, seine Finger wussten, was sie taten. Das gefiel ihr: kein Herumtasten, keine Fragen. Sie war selbst nervös genug, da konnte sie keinen schüchternen Zögerling gebrauchen.
„So, und jetzt den anderen.“ Er hatte es geschafft, dass Marta sich vollkommen entspannte; seine Stimme schien aus einem anderen Raum zu kommen, ihre Lider waren schwer und ließen sich nur widerwillig öffnen. Sie blinzelte ein paarmal. Als die Welt wieder scharfe Umrisse hatte, wusste sie nicht, wo sie hinschauen sollte. Mats saß mit gespreizten Beinen auf seinem Stuhl, ihr Fuß lag locker auf seinem Oberschenkel. Unter seiner hautengen Laufhose zeichnete sich eine große Beule ab. Der junge Mann hatte einen ganz enormen Ständer. Und er war ihm nicht im Geringsten peinlich, wie es schien. Sein Lächeln war echt, er strahlte dieselbe Ruhe aus, die ihr von Anfang an imponiert hatte. Nichts deutete darauf hin, dass sich die Beziehung zwischen ihnen nun auf einer anderen Ebene abspielte. Es war, als müsste alles so sein, wie es war. Alles folgte aus allem. Marta lächelte auch.
„Was die Durchblutung angeht…“, begann sie.
Mats sah an sich herab. „Damit hatte ich noch nie Probleme. Haben Sie ein Problem damit?“
Sie konnte den Blick nicht abwenden von der großen Beule zwischen seinen Beinen. Wollte ihn auch nicht abwenden. „Mit ihrer Durchblutung? Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil.“
„Puh, da bin ich aber froh. Denn ich wüsste nicht, wie ich in absehbarer Zeit für eine Blutumverteilung sorgen könnte.“
„Och“, sagte Marta, „da gibt es schon die eine oder andere Möglichkeit.“ Sie rutschte auf dem Sofa etwas nach vorne und legte ihren zweiten Fuß auf seinen anderen Oberschenkel. Der verletzte Fuß, der schon gar nicht mehr verletzt war, rutschte von seiner glatten Shorts zwischen seine Beine und legte sich auf seinen harten Schwanz.
„Können Sie so arbeiten?“, fragte sie. Zwar war sie nun des schönen und geilen Anblicks beraubt, aber mit dem Gefühl seines Schwanzes unter ihrem Nylonfuß hatte sie ein mehr als akzeptables Tauschgeschäft gemacht. Sie spürte das harte Ding, wie es leicht pulsierte.
Er schluckte. „Ich werde es versuchen. Wenn die Qualität leidet, sind Sie Schuld.“
Marta nickte ernst. „Ja, das nehme ich auf meine Kappe.“

Diesmal schloss sie nicht die Augen. Jetzt sah sie genau zu, wie Mats ihren schwarz schimmerndem Fuß in die Hände nahm, ihre Zehen massierte, den Rist streichelte, seine Daumen in die Sohle drückte. Unter ihrem anderen Fuß erwachte das Leben, als würde eine Millionenmetropole erwachen. Kaum sichtbar bewegte sie die große Zehe. Sie genoss es sehr, dass dieser gut aussehende, um Jahre jüngere Mann wegen ihr einen harten Schwanz bekam. „Mache ich Sie geil?“, fragte sie und sah ihm in die Augen.
Mats nickte. „Seit heute Morgen.“ Er hielt den Blick und fragte nicht um Erlaubnis, als er ihren Fuß zu seinem Gesicht hob und sich ihre Zehen in den Mund steckte. Dann spürte sie zum ersten Mal seine Zunge. Seine warme, feuchte Zunge, die an ihren Zehen leckte. Das Kribbeln schoss direkt in ihren Unterleib.
„Oh Gott“, entfuhr es ihr, „das hat noch nie jemand mit mir gemacht.“
Er zwinkerte ihr zu. Der Fuß zwischen seinen Beinen begann zu reiben.
„Das ist ja mein Fuß“, dachte Marta, „was macht der da?“ Da der Fuß ihre Frage nicht beantwortete, sondern einfach weitermachte, konzentrierte sie sich auf den anderen. Der, dessen Zehen in Mats Mund steckten.
„Was mögen Sie an Frauen, die wesentlich älter sind als Sie?“ Diese Frage hatte Marta schon die ganze Zeit beschäftigt. Warum hatte Mats sich nicht eine der schlanken, fitten, jungen Kolleginnen angelacht, sondern es auf sie abgesehen? Und zwar schon seit Beginn des Seminars, wie er behauptete.
Kurz nahm er ihre Zehen aus dem Mund und massierte sie mit den Händen. „Frauen in Ihrem Alter wissen, wer sie sind und was sie wollen. Sie zicken nicht rum, sondern strahlen Würde aus. Und sie wecken einen nicht um drei Uhr früh um zu fragen, was man denkt. Es interessiert sie einfach nicht.“
Marta lachte. „So, so. Ihr Unterschenkel ist übrigens ganz schön hart.“
„Mein Unterschenkel? Ach so, der Unterschenkel. Ich finde nicht alle älteren Frauen sexy. Aber Sie schon.“
„Und Ihre Kollegin, mit der Sie gerne fi... flirten möchten.“
Er lächelte verschmitzt. „Ich hab gar keine ältere Kollegin. Lauter Männer in meiner Abteilung. Ich wollte nur ein bisschen Schwung in das Seminar bringen.“
„Heißt das, ich habe Sie gelangweilt?“
„Nein, ich bin generell nicht so der Seminartyp. Ich wurde geschickt. Das war die beste Idee, die mein Chef je hatte.“ Während ihr Fuß sich immer noch an seinen Schwanz schmiegte und sie sein Herzklopfen darin fühlte, wanderten seine Hände über ihre Unterschenkel hoch, streichelten sie in der Kniekehle und strichen über die Oberschenkel, genau bis zu der Stelle, wo der Badeanzug anfing.
„Wenigstens Rollenspiele haben Sie mir erspart.“
„Rollenspiele heißen Rollenspiele, weil mindestens ein Teilnehmer mit den Augen rollt, wen man sie ankündigt. Das steht für morgen auf dem Programm, keine Sorge.“ Marta lachte, als sie in Mats erschrockenes Gesicht sah.
„Wobei...“, sein Finger schlüpfte unter ihren Badeanzug. Er sah sie dabei an, konnte aber keinen Funken von Widerstand in ihrem Blick erkennen.
„Wobei?“
„Wobei das hier nichts anderes als ein Rollenspiel ist.“ Marta schaute ihn fragend an. „Die Trainerin gibt vor, Joggen anstatt mit dem Seminarteilnehmer Essen zu gehen, weil sie glaubt, Frauen, die es Männern leicht machen, wären weniger spannend. Dummerweise hat sie keine Laufhose im Gepäck, sondern nur Pumps, also täuscht sie eine Verletzung vor. Dann verkleidet sie sich als Jane Fonda und lässt ihren verletzten Knöchel vom Seminarteilnehmer massieren, vergisst dabei aber, welcher Knöchel nun eigentlich verletzt ist, was aber völlig egal ist, weil es ohnehin nicht darum geht.“
Marta errötete und fühlte sich ertappt. „Worum geht es denn?“
Mats legte einen Finger auf ihre Lippen. „Pssst. Zeig ich Ihnen gleich.“ Er kniete sich vor das Sofa, schob den Zwickel zur Seite und legte seine Lippen auf die Stelle, die nun nur noch von der Strumpfhose verhüllt wird.

Marta zuckt zusammen, als sein Mund die Stelle berührt, die so lange niemand mehr berührt hat. Außer sie selbst. Nun ist es nicht so, dass Marta in den Jahren ihrer Mannlosigkeit sexuell asketisch gelebt hätte. Im Gegenteil, als aufgeschlossener, neugieriger und experimentierfreudiger Charakter ließ sie ihrer Phantasie freien Lauf, um ihrer Lust – und davon hatte sie eine Menge – Befriedigung zu verschaffen. Im Online-Shop von Sarah Young war sie ein geschätzter Gast, und eine Schublade ihrer Schlafzimmerkommode war ausschließlich reserviert für Spielzeug. Als ihre Lust vor einem Jahr im Frühling sie zu zersprengen drohte, ging sie zu ihrem Metzger und kaufte eine Rinderzunge. Ganz weich war sie, zugleich rau. Alles sollte sich so echt wie möglich anfühlen. Also legte sie das wabbelige Stück auf die Heizung und rieb es danach mit Massageöl ein. Aber als sie dann mit gespreizten Beinen auf ihrem Sofa lag, die Augen geschlossen, und begann, sich zu streicheln, war in ihrem Kopf nicht das Bild eines Mannes, der sie leckte, sondern das einer schwarz-weißen, wiederkäuenden Kuh auf einer Weide, der die Zunge heraushängt. Enttäuscht hatte sie zum Vibrator gegriffen.
Trotz all ihrer Experimente ist sie überrascht, wie anders es sich anfühlt, als Mats seine Lippen auf ihre verhüllte Möse legt. Anders? Nein, es fühlt sich fremd an, neu, aufregend. Geil. Wäre es ihre eigene Hand zwischen ihren Beinen, sie wüsste, was als nächstes passiert. So oft hat sie versucht, sich selbst auszutricksen und zu verblüffen. Keine Chance. Eines ihrer Lieblingsbücher war „Die Schachnovelle“. Um in seiner Zelle vor Einsamkeit und Nicht-Beschäftigung nicht wahnsinnig zu werden, versucht ein Häftling, gegen sich selbst Schach zu spielen. Aber wie soll man sein Ich derart spalten, dass der nächste Zug unvorbereitet kommt? Marta kam nie unvorbereitet.
Jetzt hat sie keine Ahnung, was Mats als nächstes tun wird. Ein paar Sekunden verharrt er ganz still, sein Mund umschließt ihre Möse. Sie hört ihn atmen. Tief ein- und ausatmen. Ob er eingeschlafen ist? Im nächsten Augenblick spürt sie den sanften Druck seiner Zunge. Eine lebendige Zunge! Ohne Grasreste! Sie grinst mit geschlossenen Augen. Dann stöhnt sie, als die Zunge sich bewegt. Sie weiß, dass sie ausfließt, der Saft aus ihrer Möse strömt, in die Strumpfhose, in seinen Mund. Sie lässt sich fallen. Ins Sofa und ins Nichts.
Sie kommt völlig unvorbereitet. Ohne Übergang wird aus ihrem Stöhnen und Keuchen ein lauter, gedehnter Schrei. Sie legt ihre Beine auf Mats‘ Rücken, presst seinen Kopf zwischen ihre Beine und zuckt unkontrolliert gegen sein Gesicht.
Die Zunge will weiterschlängeln, aber Marta schiebt seinen Kopf zurück. „Direkt danach bin ich eine Weile sehr empfindlich“, sagt sie und hechelt wie nach zehn Längen im Becken.


„Oho, Sie sind schon … fertig?“, fragte Mats erstaunt.
Marta nickte. „Schnell, was?“
Er streichelte ihre Beine, die noch auf seinen Schultern lagen und grinste sie an. Marta wischte mit ihrem Fuß über seinen verschmierten Mund. „Allerdings“, sagte er und saugte noch einmal an ihren Zehen. „Nun kann ich nicht nur einen Punkt von meiner Sex-Agenda streichen, sondern auch noch einen Rekord hinzufügen. Zum Orgasmus geleckt in… ich schätze 49 Sekunden, was meinen Sie?“
Marta lachte. „Sie haben eine Sex-Agenda?“
„Natürlich“, bestätigte Mats ernst. „Sie etwa nicht?“
„Was meinen Sie? Fantasien?“
„So in etwa. Dinge, die man tun möchte, bevor man sie nicht mehr tun kann. Weil einem der Tod in die Quere kommt, zum Beispiel.“
„Ach, und da gehörte das Lecken einer älteren Frau dazu? Oder waren Sie spezifischer? Das Lecken einer Seminarleiterin? Oder doch eher allgemein, eine fremde Frau in einem Hotelzimmer lecken?“
Mats kratzte sich am Kinn. „Hm, bei genauerer Betrachtung… alles davon. Aber das hatte ich gar nicht im Sinn. Auf der Agenda steht: eine Frau durch eine Strumpfhose lecken. Sie wissen schon, Jane Fonda und so. Was für ein unglaubliches Glück, dass Sie nichts drunter tragen. Warum tragen Sie eigentlich nichts drunter?“
Weil ich keine sexy Slips dabei habe, dachte Marta. Nur Bauch-weg-Unterhosen, und die wollte ich Ihnen und mir nicht zumuten. Weil ich insgeheim gehofft habe, dass wir nicht miteinander turnen.
„Oh my God!“, rief sie aus. „Ich hab auf die Unterwäsche vergessen. Das ist mir so peinlich. Wissen Sie, das passiert in meinem Alter immer öfter, dass ich Dinge einfach vergesse. Erst vorige Woche habe ich bei einer Führerscheinkontrolle den Führerschein und meinen Namen vergessen. Wer sind Sie überhaupt?“ Sie nahm ihre Beine von seiner Schulter und streckte sich auf dem Sofa aus. Mats legte sich neben sie und umfasste ihre Hüften. Sie kuschelte sich an ihn und streichelte seinen Schwanz durch die dünnen Tights. „Sie haben auch vergessen. In Ihrem Alter sollte das noch nicht passieren.“
„Also, was steht auf Ihrer Sex-Agenda?“ fragte Mats und lenkte ihre Hand, die ein wenig rastlos umherwanderte, an ihr Ziel. „Sie meinen von der Sorte Was-ich-in-meinem-Sexleben-gerne-tun-würde, hätte-ich nur-mehr-Zeit?“
„Oder mehr Mut.“
„Mehr Gelegenheit vielleicht. Die werden nicht üppiger mit dem Alter. Im Gegensatz zu meinen Rundungen.“ Marta ließ es zu, dass er die Träger des Badeanzugs von ihren Schultern zog und ihn bis zu ihrem Bauch schob. Erst betrachtete ihre Brüste, bevor er sie in seine Hände nahm und schließlich an einer ihrer Brustwarzen lutschte.
„Hier und jetzt haben Sie Gelegenheit, Marta“, sagte er in einer Lutschpause. Sie können alle ihre Fantasien ausleben. Ich stelle mich gerne als Versuchsobjekt zur Verfügung.“
„Altruist, wie?“ Sie strubbelte durch sein borstiges Haar. „Vergessen Sie das mal schnell wieder, Mats.“
„Warum? Weil Sie Trainerin sind und ich Seminarteilnehmer? Wegen der professionellen Ethik?“
„Weil das Seminar nur zwei Tage dauert, Mats.“

Er lässt von ihren Brüsten ab und küsst sie auf den Mund. Drängt seine Zunge zwischen ihre Lippen und saugt sanft daran. Sie wälzen sich auf dem schmalen Sofa, erst fasst Marta fest in sein Haar und zieht ihn näher an sich, dann krallt sie ihre Nägel in seinen Rücken und hinterlässt Spuren. Immer mutiger und immer wilder wird ihr Begehren. Er liegt auf ihr, presst sie mit seinem Becken tiefer in die Polsterung, wühlt seine Hände in ihr Haar und zerzaust es. Jetzt sprechen nur noch ihre Hände und Zungen miteinander. Du bist schön, sagen sie. Nimm mich. Spiel mit mir. Lass dich fallen. Ich will dich.
Als sein Körper sich kurz von ihr löst, hebt sie ihr Becken, damit er ihr den Badeanzug ausziehen kann. Nur ihre Münder kleben immer noch aneinander. Jetzt liegt sie nur in Strumpfhose vor ihm. Alle Schuldgefühle, das Gefühl, nicht schön genug zu sein, hat er ihr vorher weggeleckt. Marta fühlt sich begehrt wie selten zuvor. Er lässt sich wieder auf sie sinken und sie spürt, wie sein Schwanz gegen ihren Unterleib pocht. „Herein“, denkt sie und presst ihm ihr Becken entgegen.
„Machen Sie so etwas öfter?“, fragt er und leckt ihre Oberlippe. Marta hat ihre Beine auf seinem Hintern verschränkt und versucht, ihre Füße unter den Bund der hautengen Shorts zu schieben.
„Was meinen Sie“, entgegnet sie, als ihre Zehen endlich zwischen Haut und Hose rutschen, „Sportlern mit meinen Füßen ihre Laufhosen ausziehen?“ Sie schiebt ihre Füße seinen Hintern entlang, nimmt den glänzenden Stoff mit. Mats hebt sein Becken, eine Sekunde später liegt die Tights neben dem Sofa.
„Das auch. Ich meinte, ob Sie sich auf Ihren Seminaren gerne mal… nun ja…“ Ihre Füße reiben und streicheln über seinen Hintern, sie grinst, als er in ihr Ohr keucht und „Oh Gott“ stöhnt.
„Gerne schon“, sagt sie, „allerdings müssen wir das ‚mal‘ streichen. Sie sind der Erste. Und, so wie es sich anfühlt, der Größte.“
Dann schweigen sie. Jedenfalls kommen keine Wörter mehr aus ihren Mündern, die man einer Sprache zuordnen könnte, von unentdeckten Stämmen in Afrika einmal abgesehen. Die einzigen Laute nach dem Ritsch, mit dem er ein Loch in ihre nasse Strumpfhose beißt, sind die Geräusche von Sex. Von gutem, leidenschaftlichem Sex, der immer hemmungsloser und lauter wird. Jemand, der hinter der Tür lauschen würde, könnte nur zu dem einen Schluss kommen: Die da drin haben eine Menge Spaß.

Fortsetzung folgt...

Zeit fürs Wesentliche Teil 1

„Nicht die Zeit vergeht, nur wir vergehen mit der Zeit“

Marta schaute auf das Flipchart mit der Uhr, das sie selbst gezeichnet hatte und spürte die Wahrheit dieser Weisheit in jeder Pore, Faser und Zelle ihres Körpers.
Die Teilnehmer ihres Seminars Zeitkompetenz und Selbstorganisation waren allesamt zehn bis zwanzig Jahre jünger als sie, sie waren schlank und fit wie aus dem Sportmagazin, während sie sich müde fühlte und ihre Speckröllchen mithilfe eines Figur formenden Slips daran hindern musste, aus der Strumpfhose zu rollen.

Die Seminarteilnehmer standen draußen in der Frühlingssonne, die mehr Schein als Sein war und der noch die Kraft fehlte, wirklich zu wärmen, und sprachen über die Übung in der letzten Einheit. „Was ich in meiner Arbeitszeit gerne tun würde, hätte ich bloß mehr Zeit“ hatte sie auf die Wand gepinnt, die sich schnell mit Kärtchen gefüllt hatte. „Fachliteratur lesen“, „Ordnung auf meinem Schreibtisch machen“, „mehr Zeit für den Aufbau von Kundenbeziehungen investieren“, „in Ruhe einen Kaffee trinken“, „über meine Arbeit nachdenken“ und andere Vorsätze standen da. Ein besonders mutiger – oder frecher? - Mann hatte „mit meiner älteren, attraktiven Kollegin ficken flirten“ auf seine Karte geschrieben, was zu anerkennendem Lachen der Männer und Augenrollen der beiden Frauen unter den Teilnehmern geführt hatte. Marta unterdrückte ihr Lachen und tat professionell distanziert.

Marta hatte wortlos die Überschrift ausgetauscht und aus „Was ich in meiner Arbeitszeit gerne tun würde, hätte ich bloß mehr Zeit“ „Was mir in Wahrheit gar nicht so wichtig ist“ gemacht.
Sie genoss den Moment der Stille, der dieser Provokation folgte, dann die Unruhe, die Rechtfertigungen der Teilnehmer. „So ein Blödsinn, natürlich wäre mir das eigentlich wichtig, ich komm nur nicht dazu.“ Nur Mats, der Kerl mit der älteren, attraktiven Kollegin stand auf, nahm seine Karte von der Tafel und meinte, „Ich war bisher einfach zu feige. Aber das werde ich ändern. Danke.“

Jetzt stand er draußen bei den anderen, eine Hand in der hinteren Hosentasche, die andere an seiner Zigarette. Marta schaute schnell in ihre Unterlagen, als er sich umdrehte und ihre Blicke kurz frontal aufeinanderprallten.

*

Sie traute sich nicht, noch einmal aufzusehen. Es war merkwürdig: Da stand sie als Trainerin Tag für Tag, Woche für Woche vor einer Gruppe fremder Menschen und brachte ihnen bei, wie sie ihre Arbeit besser organisieren und ihre Zeit ökonomisch einteilen können. Stark fühlte sie sich dann. Und sicher. Ihr Wissen, dass sie gut war in ihrem Job, kam zum einen Teil aus ihr selbst. Der andere Teil waren die Feedbackbögen der Seminarteilnehmer. Nach elf Jahren als Trainerin war sie bei 87,4 Prozent „Hat mir sehr gut gefallen“-Kreuzchen.
Doch wenn es darum ging, einen Mann kennenzulernen, versagte sie. Dann wurde sie wieder zu dem zwölfjährigen, verpickelten Mädchen, das viel lieber ein Junge gewesen wäre und rot wurde, sobald man es nur ansah. Der letzte Mann, der ihr ein „Hat mir sehr gut gefallen“-Kreuzchen hätte geben können, war vor vier Jahren aus ihrem Bett gestiegen. Ach nein, es war ja gar nicht ihr Bett. Es war sein Bett. Und das seiner Frau.

Marta spürte Mats‘ Blick in ihrem Rücken, als sie sich umdrehte und zu dem Tisch mit den Thermoskannen ging. Und sie spürte, wie ihr das Blut ins Gesicht schoss. Nie wäre sie auf die Idee gekommen, dass sein Blick ihrem Po oder ihren Beinen galt. Und wenn doch, dann höchstens dem Blumenmuster auf ihrer Strumpfhose.
Sie schenkte sich einen Kaffee ein, kippte etwas Milch dazu, rührte um und starrte in den hellbraunen Strudel. Sie dachte über die Zeit nach. Ihre Unerbittlichkeit. Man konnte ihr sogar dabei zusehen, wie sie verrann. Für alle gleich. Eine Sekunde war eine Sekunde, da gab es nichts dran zu rütteln. Und wenn der Sekundenzeiger eine Umrundung gemacht hatte, blieb allen Menschen eine Minute weniger Lebenszeit. Wäre es nicht besser, jeder würde mit seiner ganz persönlichen Lebensuhr auf die Welt kommen? Eine Sanduhr, die sämtliche Lebenserwartungsstatistiken ihres Besitzers, wie Geographie, Ernährung, Schlaf- und Lachzeit, Zufriedenheit, Glücksmomente und so weiter berücksichtigt, und Korn für Korn auf die andere Seite rieselt. Jedes verbrauchte (oder genutzte) Korn würde am Boden der Sanduhr zu Asche werden. Als Marta einfiel, dass das Häufchen Sand im unteren Teil ihrer Uhr ganz bestimmt schon größer war als das im oberen Teil, durchzuckte sie ein Anflug von Panik. Ob sie die Uhr einfach umdrehen könnte? Sie lachte laut auf.
„Na, haben Sie sich einen Witz erzählt? Das mache ich auch manchmal. Aber meine Witze sind immer sehr schlecht, ich habe noch nie lachen müssen. Erzählen Sie mir Ihren?“

Gerne wäre sie jetzt schlagfertig gewesen und hätte einen sagenhaft guten Witz, passend zur Situation und zum Seminarthema, aus dem Ärmel geschüttelt. Aber die meisten guten Witze konnte sie sich nicht merken, und selbst von den schlechten fiel ihr gerade keiner ein. „Ich habe über die Zeit nachgedacht“, sagte sie also ehrlich und trank von ihrem Kaffee, „und übers Älterwerden.“ Sie biss sich auf die Zunge. Das ging den Kerl überhaupt nichts an.
„Und das ist lustig?“ Sie registrierte, wie er sich mit den Fingern durch das kurze Haar fuhr. Er ist also genauso verlegen wie ich, dachte sie. Als ob das die Sache einfacher machen würde.
„Vermutlich lustiger, als jung zu sterben. Und das ist die einzige Alternative zum Älterwerden.“ Sie schaute durch die Glastür in den Garten. Als sie spürte, wie sein Blick ihren Körper hinunter spazierte, zog sie unwillkürlich den Bauch ein und hielt die Luft an. Sie sollte mehr Sport machen. Oder weniger essen. Oder beides.
„Sie müssen atmen“, sagte er. „Sonst sterben Sie noch jung.“
„Dafür ist es zu spät.“ Sie fühlte sich ertappt. „Frühling wird’s“, wechselte sie das Thema, „warum genießen Sie nicht die Sonne?“
„Ich genieße lieber noch einen Kaffee. Ihre Nähe wärmt mehr als die Sonne, und ich rede lieber mit Ihnen übers Älterwerden als mit meinen Kollegen über NFC und passive HF-RFID-Tags.“
„Arbeiten Sie in der Lakritzindustrie?“
„Nein, in der IT-Branche, wie alle anderen hier. NFC steht für Near Field Communication. Wieso fragen Sie?“
„Weil Sie Süßholz raspeln. Ich dachte, das wäre Teil Ihres Berufs.“
Er grinste, goss sich ebenfalls Kaffee ein und hob seine Tasse. „Prost!“
„Worauf trinken wir?“
„Auf unsere gemeinsame Leidenschaft für schlechte Witze.“
Sie setzte eine gespielt-gekränkte Miene auf. „Das war mein bester, junger Mann.“
„Umso besser. Dann freu ich mich schon auf die anderen.“
Marta stellte ihre Tasse ab und schaute auf die Uhr. „Wir müssen. Es würde meine Glaubwürdigkeit untergraben, wenn ausgerechnet die Trainerin, die behauptet, dass Pünktlichkeit Respekt vor der Zeit der anderen bedeutet, sich verspätet.“
„Sie sind eine spannende Frau“, sagte er und ging.
Das Blut schoss ihr in den Kopf. Sie sind eine großartige Trainerin, das hatte sie schon öfter gehört. Du bist eine tolle Freundin. Eine gute Mutter. Eine liebenswerte Nachbarin. Eine treue Kundin. Marta hatte immer öfter das Gefühl, als Frau von den Männern nicht mehr wahrgenommen zu werden, mit jedem Jahr ein Stück unsichtbarer zu werden. Und jetzt sagte ihr dieser lausbübische junge Mann, dass sie eine spannende Frau war.

„Wenn alle bequem sitzen, lade ich Sie ein, aufzustehen“, kündigte sie eine Aktivierungsübung an. Sie strengte sich an, nicht in Mats Richtung zu schauen, was sich allerdings als schwierig erwies, weil er genau ihr gegenüber Platz genommen hatte.

*

„Die Übung heißt ‚Mein Knie‘“, verkündete Marta. Ein blonder, sonnengebräunter Surferschnösel, den das Leben reich beschenkt hatte, wenn man auf blonde, sonnengebräunte Surferschnösel stand, murrte missfällig. „Ah, Sie kennen das Spiel schon?“, fragte Marta und merkte zu Ihrem Entsetzen, dass die aufregende Unsicherheit, die Mats ihr eingepflanzt hatte, zu allem Unglück auch auf ihren Umgang mit dem Rest der Gruppe abfärbte. Der Schnösel winkte ab: „Wer nicht?“, sagte er und grinste zu seinem Nachbarn. Natürlich waren seine Zähne makellos weiß und so glatt wie seine Haut.
Marta war drauf und dran, eine Änderung in ihrem Programm vorzunehmen. Sie sah zu Mats. Ihre Blicke verschmolzen, sein Gesicht war ausdruckslos. Zwar schoss ihr erneut das Blut bis unter die Haarspitzen, doch sie hielt den Blick aus. Ihr schwammen die Felle davon, sie hatte einen Blackout. Und sonderbar: Später, als das Seminar vorbei war, kam ihr wieder die Zeit in den Sinn. Wie unterschiedlich langsam oder schnell sie doch verstreichen oder verfliegen kann. Wenn sie an die Situation zurückdachte, meinte sie, es müssten mehrere Minuten vergangen sein. Aber Mats versicherte ihr, es war nur der Bruchteil einer Sekunde, in dem sie ihn hilflos ansah und er den Eindruck hatte, sie würde ihn telepathisch um Hilfe bitten.
„Also ich kenne das Spiel noch nicht“, sagte er nach einer halben Sekunde/zwei Minuten. „Klingt lustig.“
Marta war ihm so dankbar. Schon jetzt. Mehr brauchte sie nicht, um wieder Herrin der Lage zu werden.
„Ist es auch“, sagte sie mit rosa statt rotem Gesicht, „es geht so: Ich deute auf eines meiner Körperteile, zum Beispiel mein Knie, und sage: ‚Das ist mein Daumen.‘ Der Nächste zeigt dann auf seinen Daumen und nennt einen anderen Körperteil. Alles klar? Dann los. Karin, fangen Sie an.“
Die Gruppe hatte einen Kreis gebildet, Mats stand ihr gegenüber. Sie warf ihm ein Lächeln direkt ins Gesicht. Er zwinkerte ihr zu.
„Danke!“ – „Gern geschehen.“ Telepathie.
Der Surferschnösel war als Fünfter an der Reihe. Er zeigte auf seine Nase. „Das ist meine Nase“, sagte er stolz, und es war wirklich eine schöne Nase. Die Frau neben ihm schlug sich an die Stirn: „So, du kennst das Spiel also schon. Interessant.“
Marta vertrat die Ansicht, Schadenfreude sei eine der „Moralischen Todsünden“, wie sie es formulierte, doch als sich das Gesicht des Schönlings feuerrot verfärbte, kam sie nicht umhin, die Welt wieder ein bisschen gerechter zu finden.
Mats war als Letzter dran. Er sah Marta ins Gesicht, deutete zwischen seine Beine und behauptete: „Das ist mein Unterschenkel.“ Gelächter.
„Gar nicht so einfach, oder? Bei der Übung geht’s nicht nur um die Vernetzung der Gehirnhälften, was das Lernen nachhaltiger macht, es geht auch darum, Fehler machen zu dürfen. Und dass man, wenn man schon Fehler macht, auch Spaß daran haben darf. Besser lustvoll scheitern als qualvoll, nicht wahr? Also, ich erkläre die Regeln gern noch einmal“, sagte Marta zu Mats und dachte: Du provozierst mich nicht. Nicht vor der Gruppe. „Kai hat Ohr gesagt, nicht Penis. Also müssen Sie sich ans Ohr fassen und einen anderen Körperteil nennen. Los, wir spielen noch eine Runde.“ Dank Mats wurden die Leute jetzt zunehmend lockerer und mutiger und aus Armen und Beinen wurden Gallenblasen und Gesäßfalten.
„Das ist mein Hühnerauge.“ Karin deutete auf ihren Kopf.
„Das ist mein Hirn“, sagte der bis dahin schüchterne Julian und deutete auf seinen Schwanz.
„Das ist ein schönes Schlusswort. Ich glaub, das können wir so stehen lassen“, sagte Marta augenzwinkernd.

Als sie einen Überblick über einen theoretischen Input über das Pareto-Prinzip gab, (80 % der Ergebnisse werden in 20 % der Gesamtzeit eines Projekts erreicht) war die Gruppe wieder aufmerksam und fokussiert. Zumindest 80 Prozent der Gruppe, denn Karin lackierte sich die Fingernägel. „Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen“, sagte sie zu Marta, ich höre auch interessiert zu. Ich bin Frau und daher multitaskingfähig.“
„Ich hab auch immer gehofft, dass dem so ist“, sagte Marta, „bis ich beim SMS-Schreiben im Auto gegen einen parkenden Wagen gekracht bin. Mittlerweile ist nachgewiesen, dass, wer mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen muss, den Stress und damit das Unfallrisiko erhöht. Also geben Sie bitte Acht, dass Sie sich nicht mit dem Rot verletzen.“
Und dann war da noch Mats. Der schien sich nicht auf den Inhalt ihres Vortrags, sondern auf den Inhalt ihres Kleides zu konzentrieren. „Atmen, Marta, atmen“, sagte sich Marta und bemühte sich, den Bauch nicht einzuziehen.

Als die Leute sich wieder zur Gruppenarbeit zusammenfanden und sie die Unterlagen sortierte, stand Mats plötzlich hinter ihr. Sie spürte seinen Atem. „Ich würde Sie gern zum Essen einladen. Zu dem kleinen Franzosen um die Ecke.“
„Das ist lieb, aber ich lasse das Abendessen heute ausfallen. Ich geh lieber laufen.“ Du sollst nicht lügen, Marta!
„Wunderbar“, sagte Mats. „Ich laufe mit. Um sieben bei der Rezeption?“
„Ich laufe ausschließlich alleine.“ Oder: „Privater Kontakt mit Seminarteilnehmern während des Seminars ist nicht erlaubt.“ Das sagte Marta nicht, aber es wären zwei gute Ausreden gewesen, um dem Dilemma zu entgehen, in dem sie nun steckte. Marta sagte: „Ja, gerne.“ Zur Abwechslung wurde sie blass wie ein Gespenst.
Während ihre Schüler über der Gruppenarbeit hockten, überlegte sie fieberhaft, welche Möglichkeiten ihr blieben. Weder hatte sie Laufschuhe und Sportzeug dabei, noch konnte sie sich erinnern, wann ihre Füße sich zum letzten Mal schneller als mit Schrittgeschwindigkeit bewegt hatten. Marta war eine Schwimmerin. Marta war keine Läuferin.

Um 17 Uhr klatschte sie in die Hände: „Wir machen Schluss für heute. Morgen um neun geht’s weiter. Wir beginnen dann mit der Auswertung der Gruppenarbeiten. Ich wünsche guten Appetit. Um zehn ist Bettruhe, ich mache die Runde und sage euch gute Nacht.“
Die zwei Frauen und zwölf Männer lachten und applaudierten.
Mats verließ den Raum als letzter. „Bis gleich, ich freu mich“, sagte er und war mit seinem Mund gefährlich nahe an ihrem Ohr. In diesem Moment kippte etwas in Marta. Hatte sie bislang den Zweifeln die Oberhand gelassen, genährt von ihrer eingebildeten Gewissheit, Mats würde nur mit ihr spielen („Es kann ja gar nicht anders sein!“), war sie sich in dem Augenblick, als sie seinen warmen Atem an ihrem Hals spürte, sicher, dass er sie wirklich spannend fand. Und sexy.

Leider löste diese neue Sichtweise nicht ihr Problem. In ihrem Zimmer des Schwarzwälder Seminarhotels setzte sie sich auf das Bett, stützte das Kinn auf die Hände und dachte nach. „Wenn schon Lüge, dann auch richtig“, fasste sie wenig später einen Entschluss, rief die Rezeption an und ließ sich die Telefonnummer von Mats‘ Zimmer geben. Nach dem sechsten Klingeln nahm er ab, seine Stimme klang verschlafen.
„Oh, habe ich Sie geweckt? Das tut mir leid.“
„Nicht schlimm, ich hab nur etwas gedöst. Was verschafft mir die Ehre?“
Marta sah an sich herab. Wie war ihre Hand unter die Strumpfhose gekommen? Sie ließ sie, wo sie war. „Tja, aus dem Laufen wird heute nichts. Ich bin auf der Treppe ganz fürchterlich umgeknickt.“ Jetzt nahm sie die Hand doch aus der Strumpfhose. Sie knabberte an einem glitschigen Fingernagel.
„Merde. Schlimm? Kann ich irgendwas tun?“
Sie hatte sich alles genau überlegt. „Nein, danke. Ist nicht so wild. Ich werde stattdessen ein paar Übungen machen.“
„So wie Jane Fonda in ihren Videos? Geil! Das will ich sehen. Ich mach auch mit.“ Er lachte. Ihre Hand glitt wieder zwischen ihre Beine, und Marta war sich sicher, sie könnte sich mühelos zum Orgasmus streicheln, nur mit diesem Lachen im Ohr.
„Äh…“, machte sie, doch er würgte sie ab: „Ihre Zimmernummer hab ich. Bis gleich.“ Er legte auf.
Scheiße. Das Wort füllte ihren Kopf aus. Scheiße, Scheiße, Scheiße. Mit Echo.
Ihr blieb noch eine Stunde. 30 Minuten lang studierte sie Youtube-Videos mit sportlichen Übungen, die möglichst wenig nach klassischem Turnen aussahen, weil alleine dem Wort etwas Antikes, Hausfrauliches anhaftete, wie sie fand. Wie alt mochte Mats sein? 35? 38? 15 Minuten verbrachte sie im Bad. Für den Fall der Fälle. Erleichtert stellte sie fest, dass ihre Möse noch glatt rasiert war. Zum Schluss schlüpfte sie in eine schwarze, blickdichte Nylonstrumpfhose und zog in Ermangelung irgendwelcher Sportklamotten einen schwarzen Badeanzug darüber. Das Hotel verfügte über ein Hallenbad, und sie wollte morgens ein paar Runden schwimmen. Jane Fonda sah in ihren Videos manchmal auch so aus. „Fehlt nur noch das Stirnband“, dachte sie und fand sich überraschend sexy, als sie einen letzten prüfenden Blick in den riesigen Wandspiegel warf.
Es klopfte.
Bis zehn zählen und warten, dachte Marta. Damit er nicht das Gefühl hat, dass ich auf ihn warte. Sie warf noch einen allerletzten Blick in den Spiegel und wurde unsicher. Ob er mich auch sexy findet oder peinlich?

Fortsetzung folgt...

Angefixt 2/2

Sie zieht mich in ein leeres Zimmer, wir nehmen auf dem Ledersofa Platz. Ich stecke meine Zunge in ihren Mund. Sie nimmt meine Hand und führt sie zwischen ihre Beine. Warm und glitschig ist es da, ich spüre, wie mein Schwanz wächst. Sie spürt es auch, unter ihrer Hand. Ich schiebe ihr meinen Finger in das Loch. In der Tür steht ein Kerl und schaut uns zu. Mein Schwanz zuckt zusammen. Sie scheint sie nicht daran zu stören. Ein anderer Mann nimmt neben uns Platz und verwickelt uns in ein Gespräch. Er ist nett und freundlich. Ich schaue sie an, wie sie auf den Mann reagiert. Sie lächelt ihn an. Erwartet sie jetzt von mir, dass ich – wie in ihrer Fantasie zu Konstantin – sage: „Du kannst sie gerne lecken. Sie mag das“?
Darf ich das? Was, wenn sie dann wütend auf mich wird, wenn sie sagt: „Oh Gott, doch nicht von dem!“ Ich kann doch nicht einfach über sie bestimmen, außerhalb unserer Fantasien. Ich rede also höflich mit dem netten Mann, der über seine Cluberfahrungen erzählt, als sie uns unterbricht.
„Kannst du mich bitte lecken?“
Sie hat es zu mir gesagt, nicht zu ihm. Ich bin erleichtert. Ich knie mich vor sie und spreize ihr die Beine. Betrachte die pochende Scham. Die Feuchtigkeit quillt durch das dünne Nylon. „Ihr seid ein schönes Paar“, höre ich noch, bevor meine Zunge sie berührt. Ja, das sind wir, ein schönes Paar. Ein geiles Paar. Meine Zähne bohren sich in den Stoff, jetzt bin ich nur noch wildes Tier, das den Feind, der sich zwischen meine Beute und mich geworfen hat, zerfleischen will. Auch wenn der Feind nur aus ein paar hauchdünnen Fäden besteht. Sie stöhnt. Die Frau im Dschungelzimmer nebenan schreit. Es irritiert mich. Der nette Mann neben uns hat längst „ich will nicht stören“ gemurmelt und ist gegangen. Aber nicht alle sind so taktvoll. Da, wo keine Tür ist, steht ein anderer Mann und wichst sich ungeniert. Vielleicht ist das so üblich in so einem Club. Ich weiß nicht, ob man sich einfach anfassen darf, wenn man jemandem zuschaut. Das wurde in den Baderegeln nicht erwähnt.
Sie presst meinen Kopf zwischen ihre Schenkel und murmelt: „Oh Gott ist das schön!“

„Ich mag dich lutschen“, sagt sie. Ich verabschiede mich von ihrer Möse und küsse sie auf den Mund. „Hmmm... ich schmeck ganz schön gut“, stellt sie fest und hat Recht.
Sie drückt mich ins Sofa und nimmt meinen Schwanz in die Hände. Dann streicht sie zärtlich mit dem Finger darüber. „Alles gut?“, fragt sie.
„Alles gut.“ Ich versuche die zwei Männer, die in der Tür stehen und uns zuschauen, zu ignorieren und zu genießen.
Sie leckt mit der Zunge über meine Eier, dann über den glattrasierten Schwanz, liebkost ihn mit ihren Lippen, bevor sie ihn langsam in ihren Mund gleiten lässt. Ich schließe die Augen. Versuche alles rundherum auszublenden, beame die Kerle auf einen fernen Planeten. Nur sie und ich. Mein Schwanz in ihrem Mund. Sie bläst wunderbar. Als ich ein Geräusch höre, das ich nicht zuordnen kann, öffne ich die Augen wieder. Einer der Männer hat sich auf den Sessel gegenüber gesetzt und reibt seinen Schwanz. Ich schaue in ihre Augen. Die lächeln. Schau mal, die würden jetzt alle gern mit dir tauschen, sagen sie, aber ich will keinen anderen Schwanz im Mund.
Ob sie noch ein wenig traurig ist, weil ich den Netten vorhin nicht dazu aufgefordert hab, sie zu lecken? Vielleicht bin ich später mutiger, denke ich, vielleicht frage ich einen der gutaussehenden Männer, ob er sie lecken will. Doch, diese Fantasie macht mich immer noch geil. Wie ein anderer Kerl sie leckt, ihr die Zunge in das Loch steckt oder einen Finger in das andere. Wie ich dabei zusehe, vor ihr stehe, und sie meinen Schwanz lutscht, während sie unter seiner Zunge kommt. Augenblicklich wird mein Schwanz wieder hart.
Aber was, wenn es ihm nicht reicht, sie zu lecken? Wenn er auch auf seine Rechnung kommen will. „Dann wichs ich ihn eben“, hat sie vorher gesagt. Aber was, wenn er sie ficken will? Er hat schließlich bezahlt. „Ich mag Schlampe sein, aber ich bin keine Nutte“, sagt sie. Trotzdem. Was, wenn sie zu seinen Wünschen nicht Nein sagt? Du denkst zu viel, denke ich, hör endlich auf, zu denken und leb den Moment. Mein Kopf gehorcht mir nicht.

Als wir auf der Matratze gelandet sind und knutschen und fummeln, gesellt sich das junge Paar, das ich vor dem Club angesprochen habe, zu uns. „Wir machen ein wenig mit“, sagt er und sie setzen sich einfach zu uns. Die Augen der jungen Frau leuchten, als sie meinen Schwanz sieht. Zwanzig Zentimeter, ich glaube, das hab ich schon erwähnt. Sie schaut fassungslos auf mein Gemächt, während ihr Partner noch seine Shorts anhat. Wahrscheinlich ist seiner mini, denke ich, und wahrscheinlich will sie meinen schönen, großen Schwanz in ihrer Möse. Ich weiß, andere Männer würden sich vor Vergnügen alle zehn Finger abschlecken und mit Vergnügen ihren Schwanz ablecken lassen. Mich jedoch erfasst die Panik. „Ähm... also... also wir sind irgendwie noch nicht so weit“, stottere ich.
„Wie jetzt?“
„Nun ja... wir möchten das nicht... mit Anfassen und so.“ Meine Freundin nickt. Der Typ ist überhaupt nicht nach ihrem Geschmack, so gut kenne ich sie schon.
„Also ich will schon anfassen“, sagt die junge Frau ein wenig traurig und die beiden gehen. Später werden wir ihr noch ein paar Mal wieder begegnen. Jedes Mal mit einem anderen Kerl an der Hand.
Meine Freundin kichert. „Wir sind noch nicht so weit“ äfft sie mich nach. Dann streckt sie mir ihren Hintern entgegen. Wir sind ein schönes Paar, denke ich wieder, als ich uns im Spiegel sehe und ihr meinen Schwanz durch das Loch der Strumpfhose, das ich ihr vorher gebissen hab, in das nasse, gierige Loch ihrer Möse schiebe. Ich fasse sie an den Hüften und stoße langsam zu, sehe dabei ihr Gesicht im Spiegel. Sie ist noch schöner, wenn sie geil ist, ihr Gesichtsausdruck entrückt, wie in einer anderen Welt. Meine Stöße werden heftiger. Meine Eier klatschen gegen ihren Hintern. „Ich komm gleich“, warne ich sie. Ich darf das, ohne Schutz in ihr zu kommen. Sie drängt mir ihren Arsch entgegen und reißt die Augen auf.
Ich auch. Im Spiegel sehe ich, wie ein Mann es sich auf dem Sofa bequem gemacht hat und sich wichst, während er uns zuschaut. „So geht das nicht“, sage ich zu meinem Schwanz, der augenblicklich auf diesen Anblick reagiert, und zwar keineswegs freudig erregt. Ich gleite aus ihr, wir legen uns so hin, dass wir einander gegenüber sind, ihre Beine über meinen, mein Schwanz an ihrem Loch. „Bedienen Sie sich, Madame“, sage ich. Wenigstens sie soll etwas davon haben, wenn ich mich schon nicht fallenlassen kann. Mit einer Hand streichelt sie ihre Klit, mit der anderen spielt sie mit meinem Schwanz, der sich nicht entscheiden kann und beim Anblick ihres schlampigen Loches in der Strumpfhose und ihrer triefenden Möse darunter wieder aufgerichtet hat - an ihrem Strumpfhosenloch. Sie kommt heftig. „Das ist jetzt meine neue Lieblingsstellung“, sagt sie. Wieso gelingt ihr so einfach, was mir so schwer fällt, nämlich sich trotz der Zuschauer so ihrer Lust hinzugeben? „Du weißt, ich liebe die Bühne“, sagt sie nur und küsst mich.

Wir trinken Ginger Ale und essen. Das Loch hab ich ihr zu groß gebissen. Sie sieht sexy-schlampig aus, das kurze schwarze Unterkleid verdeckt die riesige Bissmasche nicht. Ich genieße, wie sie die begehrenden Blicke der Männer genießt. Wieso bewegt sie sich hier so selbstverständlich und souverän? „Geben Sie es zu, Madame: Sie sind passionierte Swingerin und verkehren jede Woche in einem Club wie diesem“, scherze ich. Sie steckt mir ihre Zunge in den Mund und küsst meine Zweifel einfach weg. „Ich bin mindestens so unsicher wie du“, sagt sie, „ich überspiel die Angst nur.“
„Komm, wir gehen knutschen.“

Wir ziehen uns in eine Ecke zurück, die wir unbeobachtet glauben, aber unser Glaube entpuppt sich als Irrtum. „Kann mal einer die Tür von außen zumachen?“, möchte ich schreien, aber bei den Tischlern wurde offensichtlich gespart, denn es gibt keine Türen hier. Wir küssen, fummeln, lecken, lutschen. Hinter dem Paravent stehen Männer, schauen, starren und fummeln an sich selbst herum.
Sie nimmt meinen Schwanz und streichelt damit ihr Gesicht. Ich schiebe ihn zwischen ihre Brüste und ficke sie. Zwischendurch nasse Zungenküsse. Haut. Nähe. „Ich mag dich irgendwie verdammt gerne“, sagt sie und sieht total glücklich aus. Habe ich schon erwähnt, dass sie zum Pathos neigt?
Irgendwann werde ich mutig genug sein, einen der Männer, mit denen sie mit den Augen flirtet, zu fragen, ob er mitkommt. Ihn sie lecken lassen und dabei zuschauen. Ihr meinen Schwanz in den Mund schieben und ihn ficken, den warmen, einladenden Mund. Heute ist noch nicht irgendwann.
„Lass uns gehen, ja?“
„Gern.“ Sie zieht die Strumpfhose aus und schmeißt sie in den Mülleimer. „Wenigstens nicht die wertvolle Wolford“, grinst sie.
Wir schleichen uns am netten, freundlichen Mann vorbei, der nicht stören wollte, und er tut mir leid. Ich fürchte, er wird keine Frau mehr abkriegen an diesem Abend. Dann an der jungen Frau, die gerade den nächsten gutgebauten Kerl abschleppt. Sie wird noch einige abkriegen heute.

Draußen klatscht sie mit ihrer Hand gegen meine. „Gimme five“, sagt sie und lacht. „Ich finde, wir waren total mutig. Und ziemlich verrucht. So, jetzt haben wir das auch erledigt. Ich möchte die Erfahrung nicht missen.“
Ich auch nicht, denke ich im Auto. Vielleicht sollte ich das nächste Mal offensiver sein. Männer ansprechen, ob sie Lust haben, mitzumachen. Ich muss grinsen, als ich mich dabei ertappe, wie ich „das nächste Mal“ denke. Angefixt.

Im Hotel fallen wir ins Bett und reden. Über den Abend. Über den netten, freundlichen Mann. Die übergewichtigen Herren in untergewichtigen Stringtangas. Den jungen Mann, dessen Freundin sich durchfickt, während er an der Bar steht und sich besäuft und dem netten, freundlichen Mann sein Leid klagt.
Und dann ficke ich sie. Ganz ohne Zuschauer. „Das ist schon auch verdammt schön“, sagt sie.

Finde ich auch.

Angefixt 1/2

Sie hat mich angefixt. Langsam, aber sicher hat sie mich angefixt. Als sie mir zum ersten Mal von ihrer Fantasie erzählt hat, war ich noch clean. Es hat mir sogar einen kleinen Stich gegeben, als sie mir anvertraut hat, gerne einmal Sex mit zwei Männern zu haben. Bin ich ihr nicht gut genug?, habe ich plötzlich leise an meinen Qualitäten als Liebhaber gezweifelt, obwohl ich bis dahin mehr als überzeugt von meinen diesbezüglichen Fähigkeiten war. Ist mein Schwanz ihr nicht groß genug?, habe ich mich gefragt, dabei ist mein Schwanz richtig schön und groß. Zwanzig Zentimeter... also gut, fast zwanzig. Sie hat bei der Vorstellung, dass ich meinen Schwanz mit dem Zollstock abmesse, einen Lachanfall bekommen. Je mehr sie mir über ihre Fantasie mit den zwei Männern erzählt hat, je länger wir darüber geredet haben, umso länger ist auch mein Schwanz geworden. Zweiundzwanzig, mindestens. Und hart ist er geworden, nicht nur lang. Und erst bei ihrer Mail ein paar Tage später:

Ich sitze in Nylons auf dem Schreibtisch und warte auf dich. Als ich das Schloss höre, kribbelt es in meinen Fingern und in meiner Möse. Ich fange an, mich zu streicheln, meine Oberschenkel zu liebkosen, über den hauchdünnen Stoff meine Möse zu berühren. Der Stoff ist schon ganz nass. Ich weiß, dass du das magst, wenn du nach Hause kommst und mich so geil und fickbereit vorfindest. Aber heute hast du offenbar vergessen, was wir in der Früh besprochen haben, denn ich höre, wie du im Flur mit jemandem redest. Das ist Konstantin, ich erkenne ihn an der Stimme. Ein hübscher Kerl.
Scheiße, denke ich im ersten Moment. Geil, im zweiten. Und jetzt?, im dritten. Ich höre, wie ihr in die Küche geht, wie die Kühlschranktür auf und wieder zu geht. Eure Schritte. Kurz halte ich inne, dann fahre ich einfach fort, mich zu streicheln. Ihr kommt ins Zimmer. Dein Gesicht erstarrt. Konstantin verwandelt sich in eine Salzsäule. „Hallooo“, sage ich und lecke den Finger ab, den ich mir in meine glitschige Spalte geschoben habe.
„Guten Tag“, sagt Konstantin mechanisch und höflich, „ich sehe, ich störe. Also dann...“
„Stört er?“, frage ich und schaue dich an. Du schluckst. Ich spüre, wie die Rädchen in deinem Hirn ineinandergreifen und rattern. Anfangs noch ein wenig unkoordiniert und ungeölt, aber bald arbeiten sie auf Hochtouren.
„Nein, er stört nicht“, sagst du. „Das ist...“, dein Zeigefinger deutet erst auf mich, dann auf ihn, „also... also ihr kennt euch ja ohnehin schon.“
„Hallo Konstantin“, sage ich, „darfst ruhig näher kommen.“ Ich schaue dich an, warte auf Zustimmung in deinem Blick, sonst breche ich die Aktion sofort ab. Deine Mundwinkel bewegen sich leicht nach oben. Du nickst unmerklich. Also gut. Dann machen wir weiter. Ich stecke meinen Finger in meine Strumpfhose, lasse ihn in meine Möse gleiten und ziehe ihn wieder heraus. Dann strecke ich den Finger Konstantin hin. „Hungrig?“, frage ich, „der Kühlschrank ist ja fast leer.“ Er schaut dich fragend an, Skrupel und Geilheit liefern sich ein wildes Gefecht. „Passt schon“, sagst du, und Konstantin leckt schüchtern meinen Finger ab, während du mir die Zunge in den Mund schiebst. „Du geiles Luder“, flüstert du mir ins Ohr und ich lächle. Mein Lächeln macht dich mutiger. „Möchtest du mehr als ihren Finger lecken?“ Konstantin kann es nicht fassen. Das letzte Mal war er 2011 so glücklich gewesen, als der FC St. Pauli auswärts den HSV mit 1:0 besiegt hat. Er setzt sich auf den Schreibtischsessel und rollt langsam näher. Erst streicht er behutsam über meine verhüllte Möse, die vor glitschiger Lust trieft. „Nicht kaputtmachen“, sag ich, „das darf nur einer.“ Er berührt mich sanft mit der Zunge, ganz zärtlich. Ich stütze meine Ellbogen am Tisch auf und schaue zu. Es ist ein wunderschöner Anblick. Du stehst daneben und hast deinen Schwanz herausgeholt. Ganz langsam wichst du dich...


An dieser Stelle hab ich erst bemerkt, dass ich meinen Schwanz längst in der Hand hatte und ich genau tat, was sie geschrieben hat. Ich wichste mich.

Es war nur eine Fantasie, eine harmlose, kleine Fantasie. Ihre Fantasie, die zu unserer gemeinsamen wurde. So wie meine Affinität, nämlich die zu Strumpfhosen, auch zu ihrer geworden ist.
Es war wie ein erster Zug an diesem Joint. Von dem ich noch nicht wusste, ob er mir schmecken würde. Nach meinem Alkoholentzug lehne ich Suchtmittel ab. Zu viel Angst, wieder abhängig zu werden, der Abhängigkeit ausgeliefert zu sein. Ich bin keiner von denen, die drüber stehen, die sagen: Interessiert mich nicht die Traube, der Wein. Hab ich hinter mir. Es gibt immer noch Situationen im Leben, in denen mein Körper, aber mehr noch mein Kopf, nach Alkohol schreit. Danach schreit, betäubt zu werden, sich fallenzulassen in den Rausch und nicht mehr denken zu müssen. Das Denken kann ein Fluch sein.
Und jetzt hielt ich diesen Joint in der Hand, diese neue Fantasie, die mich erregte und betörte. Ich machte einen tiefen Zug.

Unser Wagen hält vor dem Club. Das erste Mal. In meinem Alter gibt es nicht mehr so viele erste Male. „Weißt du, was Sterbende am meisten bereuen?“, hat sie mich vorhin gefragt und ihre Frage selbst beantwortet: „Dass sie nicht ihr eigenes Leben gelebt haben. Und manchmal zu feig waren, sich Wünsche zu erfüllen. Ich will das nicht bereuen müssen, verstehst du?“

Wir sitzen im Auto und warten. Trauen uns nicht rein. Würde die Realität der Fantasie standhalten? Im Moment jedenfalls nicht. Unser Fantasieclub befand sich nämlich nicht wie dieser hier in einem abgefuckten Industriegebiet, sondern im schönsten Teil der Stadt. Hin und wieder leuchten Scheinwerfer auf. Ein Polizeiauto.
„Lass uns abhauen! Sie suchen uns schon“, sage ich. Wenigstens mein Humor hat sich noch nicht aus dem Staub gemacht.
„Und jetzt?“, fragt sie.
Ich hebe ratlos die Schultern.
„Wenn du zurückfahren willst, dann tun wir das“, sagt sie, aber ich sehe in ihrem Gesicht die Entschlossenheit, da hineinzugehen. Also dränge ich die Gedanken daran zur Seite, wie es sich anfühlen wird, wenn sie für einen anderen die Beine breit macht oder einen anderen Schwanz lutscht. Ob es sich tatsächlich geil anfühlen wird oder weh tun könnte. Mein Schwanz fühlt sich plötzlich nur wie zwölf Zentimeter an. Natürlich, wir haben alles abgesprochen. Klare Regeln aufgestellt. Keine andere Frau, das will sie so, und das interessiert mich auch nicht, zwei Frauen würden mich völlig überfordern. Gefickt wird nicht, also mit jemand anderem. Und was immer auch passiert, wenn einer von uns beiden gehen will, gehen wir.
Aber was, wenn sie dann nicht mehr gehen will, weil sie es geil findet? Was, wenn sie doch einen anderen Schwanz in ihrer Möse spüren will als meinen? Was, wenn lauter gut gebaute und intelligente Männer – denn darin sind wir uns einig, wir wollen nicht mit Schwachsinnigen knutschen – mit mächtigen Geräten sie becircen und ich danebenstehe und mein Schwanz sich vor Panik zusammenkrümmt und zurück in meinen Körper kriecht? Wird sie der Versuchung widerstehen und tatsächlich sagen: „Kein Problem, lass uns gehen“?

Ich rauche eine Zigarette. „Wir entscheiden innerhalb der nächsten zwanzig Minuten, ob wir reingehen oder wieder zurückfahren, ja?“
„Ja“, sagt sie, aber ich weiß, sie hat sich schon entschieden. Als ein Paar aus einem Auto aussteigt und sich vor dem Club umsieht, steige ich ebenfalls aus. Sie sind noch jung. Ich frage sie, ob sie schon mal hier waren. Nein, noch nie. Für sie ist es überhaupt das erste Mal. Nein, sie wissen nicht, welches Publikum hier... verkehrt. Sie kichert. Hoffentlich kein verkehrtes. Freunde haben ihnen diesen Club empfohlen. Ja, sie sind auch aufgeregt.

Ich gehe zurück zum Auto, in dem sie wartet. „Wir gehen da jetzt rein.“ Sie strahlt mich an. Sie sieht gut aus in ihrem sexy Kleid, der schwarzen Strumpfhose und den Fickschuhen, wie sie ihre Highheels nennt. Sie fasst mir in den Schritt, streichelt meinen Schwanz und sagt: „Meiner. Klar?“ Meine Hand kriecht zwischen ihre Beine. „Meine. Klar?“

„Wie schön. Frischfleisch.“ Die junge Frau am Empfang und empfängt uns herzlich. Sie scheint Spaß an ihrem Beruf zu haben. „Ich darf nicht mitmachen“, sagt sie, „aber ich schaue gern.“
Als ich die ersten Gäste sehe, habe ich nicht das Gefühl, in einem erotischen Etablissement zu sein, sondern in einem Hallenbad mit Badegästen unterschiedlichen Alters und unterschiedlichen Figuren. Schöne Menschen und weniger schöne. Dicke und dünne. Birnen- und apfelförmige. Langhaarige und Glatzköpfe. Mit Zellulitis und Magersüchtige. Die hübsche Empfangsdame erklärt uns die Baderegeln. Nicht ohne Badehaube ins Wasser springen, ein Nein ist ein Nein ist ein Nein und Alles kann, nichts muss.

„Was soll ich anziehen?“, hab ich sie vorher gefragt. Eine dünne Stoffhose ohne was drunter fände sie sexy, und ein enges Shirt. Wir finden Verhülltes wesentlich erotischer als Entblößtes. Geschenke packt man schließlich auch ein, bevor der andere sie auspackt. Weil aber die Hausordnung im Club lange Hosen verbietet, habe ich mich für enge Boxershorts und ein weißes Shirt entschieden. Männer in Stringtangas fände sie peinlich, hat sie gesagt, und nicht erotisch. Daran muss ich denken, als die ersten Männer in Tangas an uns vorübergehen und unsere Blicke sich begegnen. Sie hat die Wolford, die ich ihr im Hotelzimmer geschenkt habe, fein säuberlich zusammengelegt und in den Koffer gepackt. „Zu schade, um beim ersten Mal kaputtgebissen zu werden“, hat sie mich angelächelt und ist in billige schwarze Nylons geschlüpft. Sie schert sich nicht um die Hausordnung, die Badeschlapfen empfiehlt, und trägt die edlen Fickschuhe. Dazu das schwarze Unterkleid. Sie sieht geiler aus als die Damen in Reizwäsche, die mich kein bisschen reizen, weder die Wäsche noch die Damen.

Wir stehen an der Theke, beobachten und werden beobachtet. Ein paar Gläser Sekt würden die Sache einfacher machen, die Hemmungen wegspülen, uns locker machen und mutig, aber wir trinken Ginger Ale und bleiben nüchtern. Ich aus Vernunft und aus Angst, rückfällig zu werden, sie aus Solidarität.
„Und jetzt?“, fragt sie.
„Gefällt dir der Kerl dort drüben?“ Er merkt, dass wir über ihn sprechen und lächelt zu uns herüber. Wahrscheinlich wäre er in Hemd und Hose richtig attraktiv.
„Ja, nicht schlecht. Aber du gefällst mir besser. Komm, wir schauen uns mal um.“ Sie nimmt mich an der Hand und mit auf Entdeckungsreise. Schaut gebannt zu, als in einem der Zimmer eine nackte Frau von hinten gefickt wird. Ich möchte weitergehen. Es gehört sich nicht, fremde Menschen beim Ficken zu beobachten. Aus dem nächsten Zimmer dringt lautes Stöhnen. Aneinander klatschende Körper. Mir ist das alles zu nackt. Zu viel Fleisch. Zu obszön.

Fortsetzung folgt

Die Nachbarin Teil 5

Sie nickt traurig und legt den Kopf an seinen Hals. „Notdienst kostet bestimmt 500 Euro. Dazu noch ein Sicherheitsschloss.“ Sie bewegt sich auf seinem Schwanz, er spürt die warme Nässe der Strumpfhose und leckt ihr Ohr.

*

Er fährt ihr mit der Hand durchs Haar. Sie schnurrt wohlig.
„500 Euro?“, fragt er und sie fühlt sich bei ihrer maßlosen Übertreibung ertappt. „Sie Träumerin“, fährt er fort. „Für 500 Euro nimmt ein Schlosser nicht einmal seinen Werkzeugkoffer in die Hand. 800 Minimum.“
Sie schmiegt sich tiefer in seine Halsbeuge und inhaliert seine Nähe. „Ich hab gehört, unter 1000 geht gar nichts mehr“, kichert sie.
„Bedenken Sie, Madame...“ Sie liebt es, wie er Madame zu ihr sagt, „...bedenken Sie, wir sind im 3. Stock, da kommt noch ein Höhenzuschlag dazu. Noch mal 200 Extra, schätze ich.“
„Sie haben ja Recht, und das Schloss schaut ziemlich kompliziert aus, außen so gezackt und innen drinnen mit Zylindern, ich fürchte, unter 1.500 werde ich nicht wegkommen. Aber ich hab das Geld nicht. Also nicht in bar.“
„Ich auch nicht“, er küsst ihre Stirn und die Augenlider, „ich glaub, wir brauchen eine andere Strategie.“
Sie wetzt unruhig auf seinem Schwanz hin und her.
„Madame“, sagt er wieder und er sagt es auf eine sehr zärtliche Art, „wären wir in einem schlechten Porno – und ich muss gestehen, ich kenne kaum gute - ich müsste jetzt so etwas wie Oh Gott, ich kann schon wieder sagen und sie augenblicklich hart durchficken. Aber die Wahrheit ist: Ich bin über vierzig und kann noch nicht wieder. Ganz schlapp ist er grad. Schlimm?“
„Ganz im Gegenteil. Es ist beruhigend.“ Sie streicht mit einem Finger über sein Schlüsselbein und empfindet eine ungeahnte Zärtlichkeit für diesen Mann, der da unter ihr liegt und den sie vorgeblich in ihrer Gewalt hat. „Ich hab mich ja nicht in Rocco Siffredi, sondern in einen Mann mit Hirn und Humor ver...“ Verdammt, denkt sie, wie komm ich hier raus, wo ich doch so gern drin bleiben möchte? Reiß dich gefälligst zusammen, sie versucht die Kurve zu kratzen, „ähm... ver... verdienen Sie eigentlich gut?“ Nun ja, sie hat Kurven schon eleganter gekratzt.
Zum Glück übergeht er ihren peinlichen Gefühlsausbruch.
„Super“, sagt er. „Ich kann die Miete bezahlen und esse beinahe täglich. Sie kennen Rocco Siffredi?“
„Nicht persönlich, nur vom Hörensagen. Der Typ interessiert mich nicht. Wissen Sie, ich mag menschliche Menschen mit Fehlern und Schwächen und keine überdimensionale Helden, in jeder Hinsicht. Ich bin auch weder Teresa Orlowsky noch Mutter Teresa.“
Ihre Haltung wird ihr zu unbequem und sie hat Angst ihn zu zerquetschen. Sie rutscht von seinem Körper und kuschelt sich seitlich an ihn.
„Da fällt mir ein“, er knabbert an ihrem Ohrläppchen, „wie heißen Sie eigentlich? Sowohl an der Klingel unten als auch an ihrer Tür steht nur H. Langauer.“
„Raten Sie mal.“ Sie spielt mit seinem Schwanz und legt ein Bein abgewinkelt über seine.
„Hildegard... Herta... Huberta... nein. Henriette. Ja, Henriette würde gut zu Ihnen passen.“
„Warum würde Henriette gut zu mir passen?“
„Es hat etwas Freches, Wildes, Chaotisches und Liebenswertes.“
„Ich heiße Hannah. Geht das auch?“
Er dreht sich zur Seite und küsst sie auf den Mund. „Guten Tag, Hannah“, sagt er dann, „das geht sogar sehr gut. Schön, Sie kennenzulernen. Ich bin der Max.“
„Ich weiß. Max passt zu Ihnen. Ein kurzer Name zu einem langen Schwanz.“
„Einem langen, schönen Schwanz, Madame.“
„Gewiss. Einem langen, schönen, glattrasierten Schwanz.“
„Einem langen, schönen, glattrasierten, wohlgeformten Schwanz.“
„Einem langen, schönen, glattrasierten, wohlgeformten, samtigen Schwanz.“ Während sie reden, hört sie nicht auf, diesen unsagbar langen, schönenglattrasiertenwohlgeformtensamtigen Schwanz zu streicheln.
„Einem langen, schönen, glattrasierten, wohlgeformten, samtigen, sich langsam versteifenden Schwanz.“
„Ups.“ Sie war so konzentriert darauf gewesen, in der Aufzählung keinen Fehler zu machen, dass sie gar nicht mitbekommen hat, dass der Schwanz in ihrer Hand keineswegs mehr schlapp war, sondern sich unter ihren Berührungen aufgerichtet hat.
„Einem langen, schönen, glattrasierten, wohlgeformten, samtigen, sich langsam versteifenden, beinahe stahlharten Schwanz.“ Sie lachen.
„Warum wird in Pornos eigentlich so wenig gelacht?“, fragt sie und wichst ihn nun ganz bewusst, langsam und fest.
„Ficken ist eine ernste Angelegenheit, Madame Hannah.“ Seine Stimme ist jetzt ernst. „Wenn Sie sich jetzt bitte umdrehen und konzentrieren würden.“
„Gern, Monsieur Max.“ Sie geht in den Vierfüßlerstand und reckt ihm ihren Wolfordhintern entgegen. „So?“
„Sehr gut machen Sie das.“ Er kniet sich hinter sie, umfasst sie mit einer Hand an der Hüfte. Mit der anderen greift er seinen Schwanz und spielt an ihrer verhüllten Möse. „Sie sind ja ganz nass, Madame.“
„Entschuldigen Sie. Ich muss Ihnen was gestehen, Max. Etwas Perverses.“
„Her damit. Ich liebe perverse Geständnisse.“ Immer wieder drückt er seinen Schwanz gegen die Strumpfhose, aus der es langsam zu fließen beginnt.
„Humor macht mich einfach geil und glitschig.“
„Gut zu wissen, dann erzähl ich Ihnen ab sofort beim Ficken Witze.“
„Witze sind das Gegenteil von Humor.“ Sie stöhnt, als sein Schwanz ihre Klit berührt.
„Ich würd ihn gern reinstecken, Madame. Aber das Nylon ist zu widerstandsfähig. Es lässt ihn einfach abprallen. Guter Stoff. Darf ich sie kaputtmachen?“
„Nein. Die ist tabu“, sprudelt es aus ihr heraus. „Wissen Sie, was die gekostet hat?... Ah, natürlich wissen Sie das. Sie haben Sie ja gekauft.“ Der Champagner-Prosecco-Vergleich kommt ihr wieder in den Sinn. Und die Tatsache, dass Formel 1 Sieger sich und die anderen auch mit teurem Champagner bespritzen und nicht mit billigem Sprudel.
Und damals, als sie ihrem untreuen Ex das Geschirr nachgeschmissen hat, hätte sie auch nicht im Traum daran gedacht, das Ikea-Service zu nehmen, sondern hat zielsicher nach der Rosenthal-Terrine gegriffen, die ihr ihre Beinahe-Schwiegermutter geschenkt hatte. Im Rausch der Gefühle etwas Luxuriöses kaputtzumachen fühlt sich einfach richtiger an als in diesen Momenten preisbewusst zu denken. „Stürze dich kühn in die Fülle des Lebens“, flüstert Goethe ihr ins Ohr. Oder ist das Max?
„Machen Sie schon“, raunt sie. Kaum hat sie ausgesprochen, fühlt sie seinen warmen Atem an ihrer Möse. Seine Zunge, die durch das Nylon leckt. Und hört im nächsten Moment ein zerreißendes „Riiiitsch“.
Ein Ton, der alle Bedenken, alle Hemmungen, alle Gedanken mit sich fortreißt. Jetzt nur noch Frau sein und bereit. Sie spreizt die Beine ein wenig mehr. Wird von seiner Zunge gefickt, die sich tief in ihre Möse bohrt, dort herumwirbelt und sich dann wieder ihrer Klitoris widmet.
„Fick mich, bitte.“
Er lässt sich nicht lange bitte. Und endlich ist er in ihr. Sein langer, schöner, glattrasierter, wohlgeformter, samtiger, stahlharter Schwanz. Aber sie ist nicht mehr fähig, so lange Sätze zu denken oder formulieren, sondern belässt es bei einem: „Ooooohhhh!“

*

Er fickt sie langsam. Das hat nichts mit einem Sturz in irgendeine Fülle zu tun, eher lässt er sich wieder in seinen Traum fallen. Er weiß ja jetzt, dass er weich landen wird. Und er nimmt sie mit. Er genießt jeden Stoß, schaut fasziniert zu, wie sein harter Schwanz Millimeter für Millimeter durch das enge Strumpfhosenloch in ihrer heißen, dunklen Möse verschwindet, um glänzend und verschmiert wieder das Tageslicht zu erblicken. Er hat keinen Druck. Weder Zeit- noch sonstigen Druck. Seine Hände fassen in ihren Nylonhintern, er zieht ihre Arschbacken auseinander, die hauchdünne Strumpfhose verhüllt das andere, engere Loch. Einen Kampf hat sie verloren, konnte die Höhle ihrer Herrin nicht beschützen. Der Invasor dringt ungehindert ein. Immer wieder. Die andere Kostbarkeit wird sie nicht so leicht herschenken, sie wird sich im wahrsten Sinne zusammenreißen.
Max grinst, als ihm solche Gedanken in den Kopf kommen. Er grinst, während er Hannah fickt.
Hannah scheint es ebenfalls nicht eilig zu haben. Sie empfängt jeden seiner tiefen, gemächlichen Stöße mit einem Keuchen, eine Hand hat sie zwischen ihren Beinen und streichelt genauso langsam ihre Klit durch die Strumpfhose. „Haben Sie eine schöne Aussicht?“, fragt sie und keucht auf, als er plötzlich hart zustößt. Er verweilt in ihr, bewegt sich nicht, spürt ihre Muskeln, die mit seinem Schwanz spielen. „Wenn Sie wüssten…“, sagt er. Er denkt keine Sekunde lang nach. „Warten Sie kurz. Nicht bewegen.“ Er lässt ihr keine Zeit für Fragen oder Protest. Mit einem lauten Schmatzen zieht er seinen Schwanz aus ihrer Möse, küsst ihren Hintern und verschwindet aus dem Zimmer. Als er ein paar Sekunden später wieder ins Reich der Träume tritt, verharrt er mitten in der Bewegung. „Dieses Bild darfst du nie vergessen. Nie, nie, nie!“, trichtert er sich ein und starrt mit offenem Mund auf den schimmernden Hintern seiner Nachbarin. Und auf die Hand zwischen ihren Schenkeln. Und auf die beiden Finger, die sie in ihre Möse geschoben hat. Sie fickt sich, denkt er, vor meinen Augen. Er räuspert sich.
„Beeilen Sie sich lieber, Monsieur. Sonst mach ich’s mir selbst. Warum rennen Sie auch mittendrin weg?“

Er schüttelt sich kurz, als wolle er den Traum im Traum loswerden. „Darum“, sagt er und lehnt den großen Spiegel, den er aus dem Flur geholt hat, ans Bücherregal. Hannah wendet ihren Kopf zur Seite. „Das bin ja ich!“, ruft sie aus. „Gott, hab ich ´ne rote Birne!“ Sie lacht, hört aber nicht auf, sich ihre Finger reinzuschieben. „Puh, ich glaub, ich mach mich selbst an. Das sieht geil aus.“
Er steht grinsend neben dem Spiegel. „Brauchen Sie mich dann noch?“, fragt er, stellt einen Fuß auf den Couchtisch und beginnt sich zu wichsen. Ihr Blick fliegt hin und her. Spiegel, Schwanz, Spiegel, Schwanz…
„Auf alle Fälle kann ich nicht mehr lange. So geil war ich noch nie. Komm her, ich will sehen, wie du mich fickst.“
Er registriert das ‚Du‘ nur am Rande, mit einem Satz ist er wieder hinter ihr, beugt sich vor und leckt über ihre nassen Finger, als sie zum letzten Mal aus ihrer Möse gleiten.
„O Gott“, entfährt es beiden gleichzeitig, als sie mit weit aufgerissenen Augen zuschauen, wie er seinen Schwanz vor ihr Loch lenkt, durch die Nylonöffnung dirigiert und dann in ihre Möse schiebt. Danach kommen keine verständlichen Worte mehr aus ihren Mündern. Der Rest ist Keuchen, Stöhnen, Schreien. Er hat das Gefühl, ewig zu können, aber als sie ruft: „Fick mich jetzt richtig durch!“ und „Gleich… ja… gleich…“ und dabei immer schneller über ihre Klit reibt, weiß er, dass er sich getäuscht hat. Seine letzten Stöße sind hart, schnell, erbarmungslos. Ihr Stöhnen vermischt sich mit dem Geräusch, das seiner Eier machen, wenn sie gegen ihren Hintern klatschen, ihre Möse fließt über und schmatzt vor Wonne. „Jeeeeetzt!“, schreit sie, lässt den Kopf nach vorne fallen, ihr Becken zuckt unkontrolliert. Ein letzter Stoß. Was vorhin nicht auf ihrem Gesicht gelandet ist, spritzt er stöhnend in ihren Körper.
„Jetzt darfst du dich nicht bewegen, bleib so“, flüstert sie schwer atmend. Beide schauen wieder in den Spiegel, seine Hände liegen auf ihrem Hintern, sein Schwanz erschlafft in ihrer Möse. Die roten Haare hängen ihr in die Stirn. Beide schwitzen. „Ein sehr, sehr schönes Bild“, sagt er irgendwann. „Es hat alles. Sexy, verrucht, ein bisschen schlampig, gleichzeitig edel, versaut und so intim.“
„Und glücklich“, fügt sie hinzu. Er beugt sich zu ihr und küsst ihren Mundwinkel. Sein Schwanz rutscht aus ihrer Möse.
„Zwei Möglichkeiten“, sagt er. „Essen oder Schlüsselnotdienst. Muss beides sein.“

*

Seine Worte fühlen sich an wie ein Schlag in ihre Magengrube, perfekt ausgeführt vom regierenden Mittelgewichtsweltmeister. Aus seiner eigenen Wohnung flüchten kann er nicht, also schmeißt er mich jetzt raus, denkt sie und presst die Lippen zusammen.
„Warum schauen Sie so traurig?“, fragt er. „Sie müssen keine Angst haben, ich koche nicht, ich mach uns nur ein paar Brote.“
„Danke, ich bin nicht hungrig. Ich hatte vorhin Steaks vom steirischen Weiderind, wenn Sie sich erinnern.“
Er macht sich lang und greift mit einer Hand zur Armbanduhr auf dem Sofatisch, mit dem anderen Arm hält er noch immer ihre Hüfte umschlungen. „Das ist mehr als zwei Stunden her!“
Sie schaut seinen nackten Körper an und fragt sich kurz, wo er das alles hin isst. Er ist schmal, und vorher war sie kurz unsicher, ob sie nicht zu üppig für ihn ist. Aber er hat ihr die Unsicherheit weggeleckt, weggeküsst und weggefickt. Trotzdem kennt sie sich nicht aus, kann seine Ansage von eben nicht deuten und beschließt, ihn einfach zu fragen.

„Möchtest du mich loswerden, Max? Dann sag das bitte ehrlich. Ich hab keine Lust auf Spielchen. Nicht auf solche.“
Er löst sich vorsichtig von ihr. „Wie bitte? Wie kommst du auf die Idee? Belegte Brote kann ich super, ehrlich. Eine hauchdünne Schicht Butter aufs Brot, Honigschinken vom Biofleischer, etwas frisch geriebener Meerrettich, ein Salatblatt, Radieschenviertel, ein Stückchen Emmentaler und klatsch – die zweite Scheibe Brot drauf.“
„Max, hör auf!“ Sie setzt sich auf. „Warum erwähnst du jetzt wieder den Schlüsseldienst? Möchtest du denn nicht, dass ich heute Nacht hier bei dir bleibe?“
Er streicht noch einmal über ihre Oberschenkel. Dann steht er auf, geht zu seinem Schreibtisch und zündet sich eine Zigarette an. „So ein Quatsch. Natürlich möchte ich das. Ich will Ihnen doch nur bei der Lösung dieses Problems helfen. Problem – Pfeil“, er zeichnet mit Daumen und Zeigefinger einen Pfeil in die Luft, „Lösung. Verstehen Sie? Nein, verstehen Sie nicht, Sie sind ja eine Frau. Ich bin Schuld daran, dass Sie ohne Schlüssel vor meiner Tür standen und jetzt möchte ich zumindest meine Hilfe anbieten.“
„Hä? Sie sind Schuld? Was rauchen Sie da für ein Zeug?“ Sie steht ebenfalls auf, geht zu ihm und studiert die Packung seiner Zigaretten. Aus ihrer Möse fließen ihre vermischten Säfte, doch das stimmt sie gerade nicht milder. Sie legt die Zigarettenschachtel wieder zur Seite, nimmt die Strumpfhose von seinem Schreibtisch und lässt sie durch die Finger gleiten. „Ziemlich billig. Wann erwarten Sie denn die Nächste?“
„Schluss jetzt mit dem Scheiß!“
Sie zuckt zusammen. Ist sie zu weit gegangen? In Wahrheit geht sie das alles überhaupt nichts an. Sie wollte mit ihm schlafen und sie hat mit ihm geschlafen. Und wie. Sie hat kein Recht, ihm irgendetwas vorzuwerfen und hier ein Eifersuchtsdrama zu inszenieren. Und doch ist da diese Sehnsucht, mehr zu kriegen als nur Sex. Wenn sie auch selbst nicht weiß, was genau dieses „mehr“ ist.
„Tschuldigung“, stammelt sie. „Ich geh dann besser mal. Es tut mir Leid. Das hätte nicht passieren…“
Er dämpft die Zigarette im Aschenbecher aus und packt sie bei den Handgelenken. „Sie bleiben. Wo wollen Sie denn hin in diesem Aufzug? Na ja, der alte Hynek würde sich bestimmt freuen.“ Sie verschweigt ihm, dass die Hausmeisterin einen Ersatzschlüssel für ihre Wohnung hat. Es wäre ihr ohnehin unangenehm, die um diese Zeit aus dem Bett zu klingeln. Es reicht, wenn sie morgen früh vom Hynek erfährt, in welcher Kleidung ich mir Eier ausleihe, denkt sie. Er lässt ihre Handgelenke nicht los. „Sie hören mir jetzt bitte einmal zu, ja? Das werden Sie ja wohl schaffen, oder?“
Sie nickt. Sie weint. Und sie hört ihm zu.
„Es ist tatsächlich meine Schuld, dass Sie keinen Schlüssel mithaben. Ich hab Sie nämlich vorher gebeten, diese Strumpfhose und die schwarzen Strümpfe anzuziehen und rüberzukommen.“
„Wie jetzt? Sie haben…?“
„Sie sollen zuhören!“, zischt er. „Ich bin Fatalitäten. Sie haben vorhin mit mir gechattet und ich habe geschrieben: Tun Sie es. Tun Sie es jetzt! Auch, wenn Sie das jetzt als Ihre Idee verkaufen wollen“ Er lächelt. „Ich weiß nicht, ob wir uns nicht auch zuvor schon im Chat unterhalten… und vergnügt haben. Ich bin nämlich unter anderem auch Strumpfhosenvertreter und Der Falke, wie die Strumpfhosenmarke. Ja, ich gestehe: Manchmal zieh ich mir eine Strumpfhose über den Schwanz, wenn ich es mir am Computer zu geilen Worten oder Bildern besorge, weil mich das anmacht. Ich hab dann das Gefühl, eine Frau zu streicheln, die Nylons trägt. So, das ist die Wahrheit, auch wenn Sie mich jetzt für einen Perversen halten.“
Oh Gott, denkt sie, wie peinlich. Nicht die Sache mit der Strumpfhose, das findet sie nicht schlimm, sondern der Rest von dem, was er erzählt hat. Diesem Strumpfhosenvertreter hat sie nämlich vorgegaukelt, jede Menge Erfahrung mit Nylonsex zu haben. Er ihr allerdings auch, fällt ihr ein und dieser Einfall beruhigt sie ein wenig.
„Ich möchte gerne, dass du bei mir übernachtest, Hannah“. Er hat Du gesagt, denkt sie, er hat zum allerersten Mal Du zu mir gesagt. „Ich möchte aber nicht“, fährt er fort, „dass du nur bei mir übernachtest, weil du keinen Schlüssel für deine eigene Wohnung hast. Sondern, weil du Lust hast, mit mir in einem Bett zu schlafen und aufzuwachen. Du hast es vielleicht schon bemerkt: Ich bin einer dieser Kerle, die nicht wissen, was sie wollen. Ich hab keine Ahnung, wie es weitergeht mit uns, aber ich will, dass es weitergeht. Du musst wissen, ich bin keiner, der sich durch die Gegend und die Strumpfhosen fickt. Ich trau mich ja Frauen aus Fleisch und Blut nicht mal von meiner Vorliebe erzählen. So schaut’s nämlich aus. Ich hatte meinen letzten Sex vor über einem Jahr.“

Still hat sie ihm zugehört. „Lass bitte meine Hände los“, sagt sie ernst. Er lässt los. Sie legt die Hände auf seinen Hintern, presst ihn an sich und schmiegt sich an ihn. Dann stellt sie sich auf die Zehenspitzen und küsst ihn auf den Mund. „Wenn das ein billiger Porno wäre, würde ich sagen: Ich kann schon wieder. Aber das ist kein billiger Porno. Also machen Sie uns gefälligst die Brote.“

The End

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